"Deutschkurse, um aus Ghetto zu kommen"

24. März 2009, 16:33
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Der Verein "Wirtschaft für Integration" im Gespräch

 "Wirtschaft für Integration" nennt sich ein neuer Verein, der sich dem ökonomischen Aspekt von Zuwanderung widmen wird. "Wir sind ein Wirtschaftsverein, kein Sozialverein", hieß es bei der Präsentation. Erste konkrete Projekte sind eine Lehrredaktion in Zusammenarbeit mit der Migrantenzeitschrift "Biber" und die Förderung eines Deutschkurses speziell für Unternehmer in der Volkshochschule Ottakring. Ab Mai soll es im Begegnungszentrum "Forum Brunnenpassage" regelmäßig Diskussionsforen für Manager und Unternehmer geben, um die Netzwerkbildung zu fördern.

Initiiert wurde der Verein von Ali Rahimi, Wiener Unternehmer mit Geburtsort Teheran und Georg Kraft-Kinz, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Vereins, der gebürtigen Bulgarin Zwetelina Damjanova, erläutern die drei im Gespräch mit Hans Rauscher ihre Vorhaben.

Deutschkurse

"Der Verein soll Unternehmer und Unternehmerinnen dabei unterstützen, ihre eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Chancen zu nützen", erklärt Kraft-Kinz. Konkret wolle man etwa Deutsch-Kurse für Unternehmer anbieten. Geschäftsführerin Damjanova: "Es gibt natürlich Unternehmer, die bereits Deutsch können, aber je besser sie Deutsch sprechen, umso leichter ist es aus einem Ghetto rauszukommen. Um nicht nur in der Community ihre Produkte zu bewerben, sondern auch österreichische Kunden anzusprechen."

Jede fünfte Unternehmensleitung mit Migrationshintergrund

Auch Rahimi verweist auf die Wichtigkeit der Sprache und betont, dass der Verein sich nicht nur an Migranten wendet, sondern auch - wie zum Beispiel mit der Lehrredaktion - an alle: "Uns ist das Miteinander sehr wichtig." Der Verein will sich "gegen Parallelwelten" stellen, um eben dieses Miteinander zu schaffen, ergänzt Kraft-Kinz. Die Wirtschaft soll durch Initiativen motiviert werden, diesen neuen Zugang zu unterstützen. Denn schließlich werde bereits jetzt jedes fünfte Unternehmen von einem Chef oder einer Chefin geleitet, dessen Familie oder er selbst Migrationshintergrund hat.

Mitglieder gesucht

Der Verein sucht noch weitere Unternehmen, die sich daran beteiligen wollen (Kontakt über info@vwfi.at). Jeweils ein Unternehmen soll dabei ein konkretes Projekt unterstützten. Die Perspektive von fünf Jahren ist für Kraft-Kinz ein Horizont, um erste Erfolge erreicht zu haben, denn "Integration benötigt Zeit". (rasch, derStandard.at, 25.3.2009)

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