"Man spürt die Euphorie"

24. März 2009, 17:10
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Linzer setzen große Hoffnungen in den "Goleador", der ein Problem sofort erkannt hat: "Die Moral ist am Boden" - Stumpf-Vertrag wird nicht verlängert

Linz - Mit einer rauschenden Pressekonferenz hat am Dienstag in Linz die Trainer-Ära von Ex-ÖFB-Teamchef Hans Krankl beim oberösterreichischen Fußball-Bundesligisten LASK begonnen. Der "Goleador" will dem Tabellen-Achten dabei helfen, den aktuellen Negativlauf (in der Lindenberger-Ära nur 1 Sieg und 3 Remis bei 9 Niederlagen und 4:29-Toren) zu beenden. "Die Mannschaft hat kein Selbstvertrauen mehr, die Moral ist am Boden, ich muss die Spieler aufbauen", sagte Krankl.

Der 56-Jährige sieht seine vorerst bis Saisonende beschränkte Tätigkeit (keine Option) bei den Linzern als Test, "ob ich den Trainerjob noch machen will". In den kommenden Tagen will die Rapid-Legende vor allem sehr viele Gespräche mit den Spielern führen. Davor wollte er sich zu den zuletzt erfolglosen Kickern nicht äußern. "Ich kann mir jetzt noch kein Bild machen. Es ist mir aber ein Rätsel, wie der LASK mit diesem Kader so eine Negativserie hinlegen konnte", erklärte Krankl. Der ehemalige Topstürmer stellte aber klar: "Zwei Monate werden allerdings zu wenig sein, um meine Handschrift erkennen zu können."

LASK-Homepage zusammengebrochen

Die Linzer setzen jedenfalls große Erwartungen in den Bundesliga-Rekord-Torschützen. "Er war mein Wunschkandidat und soll die latente Abstiegsgefahr so schnell wie möglich bannen. Es soll ein Ruck durch die Mannschaft gehen", fordert LASK-Präsident Peter-Michael Reichel ein besseres Auftreten seiner Truppe. Auf der Pressekonferenz war unabhängig davon schon eine Euphorie zu erkennen, neben einem großen Medienauflauf waren auch Fanclub-Vertreter extra angereist. "Man spürt die Euphorie, es hat sehr viel positive Reaktionen gegeben", merkte der Vereinschef an. So sei etwa die LASK-Homepage aufgrund des großen Interesses zusammengebrochen.

"Sehr sympathischer Traditionsclub"

Den Kontakt zum neuen Trainer hatte mit Klaus Lindenberger ausgerechnet sein erfolgloser Vorgänger hergestellt. "Es war eine sehr schnelle Sache, ich habe mich von meinem Bauchgefühl leiten lassen. Der LASK ist ein sehr sympathischer Traditionsclub", sagte Krankl. Der Wiener, der von Neo-Co-Trainer Heinrich Strasser unterstützt wird, wird im sportlichen Bereich die alleinige Entscheidungsgewalt haben, Lindenberger wird in Zukunft als Vorstand für den Sport tätig sein. "Er wird damit beschäftigt sein, die Mannschaft für die nächste Saison zu rekrutieren", sagte Reichel. Eine weitere Personalentscheidung wurde ebenfalls getroffen, der Vertrag mit dem bisherigen Co-Trainer Christian Stumpf, der nach Saisonende ausläuft, wird nicht verlängert.

Zum ersten Mal auf die Beine schauen wird Krankl seiner Truppe am Freitag (16.30 Uhr) in einem Testspiel auf einem Nebenplatz des Linzer Stadions gegen den Erstligisten Vöcklabruck. "Es geht nicht um das Ergebnis, sondern darum zu schauen, was los ist", meinte Krankl. Den nächsten Bundesliga-Gegner Kapfenberg wird der 69-fache Teamspieler am Mittwoch nicht selbst vor Ort im Nachtragsspiel gegen Altach unter die Lupe nehmen. Es sei derzeit vielmehr wichtiger, sich mit dem eigenen Team zu beschäftigen. "Jedes Training ist enorm wichtig", so Krankl.

Das erste Training mit Ivica Vastic (der am Montagabend im Steinernen Saal des Linzer Landhauses mit dem silbernen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreichs ausgezeichnet wurde) und Co. leitete Krankl, der in Linz in einem Hotel wohnen wird, bereits am Dienstagnachmittag. Der LASK hat nach 27 Runden respektable elf Punkte Vorsprung auf das Tabellenschlusslicht SV Mattersburg. (APA)

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    Nun rennt der Schmäh auch in Linz.

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