Zürich will mit Innovationen punkten

24. März 2009, 13:28
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2009 will die Österreich-Tochter der Zurich Financial Services wieder "deutlich positiv" sein und mit Produktinnovationen im Bereich Auto und Leben punkten

Wien - Wegen der Finanzkrise ist im Vorjahr bei der Zürich Versicherungs-AG in Wien das Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EGT) bis fast auf Null abgesunken, wofür vor allem Abschreibungen auf Aktien und Rentenfonds verantwortlich waren. 2009 will die Österreich-Tochter der Zurich Financial Services (ZFS) wieder "deutlich positiv" sein, wurde am Dienstag im Bilanzpressegespräch erklärt. Heuer will man mit Produktinnovationen in Leben und Auto punkten. 2008 wuchs die Versicherung im laufenden Lebensgeschäft zum 3. Mal über dem Branchenschnitt, in Schaden/Unfall zum 5. Mal in Folge.

2008 habe das Jahresergebnis trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten positiv gehalten werden können, das EGT sei "ausgeglichen, leicht positiv" gewesen, sagte Silvia Emrich, Vorstand Finanz- und Rechnungswesen. Trotz einer niedrigen Aktienquote von 3 Prozent habe man Abschreibungen in Höhe von 37 Mio. Euro zu verkraften gehabt, um 30 Mio. Euro mehr als 2007. Heuer wolle man sich beim EGT wieder "in etwa Richtung 2007 bewegen". Damals war das EGT infolge von Dotierungen der Schwankungsrückstellung von 25,8 auf 19,3 Mio. Euro zurückgegangen. Das Jahresergebnis 2008 will man noch nicht näher beziffern, darüber befindet am Mittwoch der Aufsichtsrat. Bewertungserleichterungen habe man aber nicht beansprucht, so Emrich.

In der Lebensversicherung wuchs Zürich Österreich im Vorjahr bei den Einnahmen gegen laufende Prämie um 5,2 Prozent auf 108 Mio. Euro, der Markt nur um 1,8 Prozent, wie Vorstandschef Gerhard Matschnig sagte. Deutlich unter den Erwartungen und auch unter Branchenschnitt lagen die Einmalerläge mit 29 Mio. Euro. Unter dem Strich sanken die Einnahmen in der Sparte Leben damit um 13 Prozent auf 138 Mio. Euro.

Flexible Lebens-Polizzen

Ab April soll es mehr Flexibilität bei klassischen Lebens-Polizzen der Zürich geben. Während der Laufzeit soll eine Entnahme möglich sein, ebenso ein frei wählbarer Ablebensschutz, eine Prämienpause während Karenz, Präsenzdienst, Hausbau oder Arbeitslosigkeit sowie auch eine vorzeitige Verfügung über das Kapital ohne Abschläge, so FDL-Vorstand Peter Stockhammer. Es könne auch nur die Risikoprämie weiterbezahlt und die Sparprämie ausgesetzt werden. Die seit Sommer am Markt befindlichen "Zurich Prime Invest"-Fondspolizzen seien zu 90 Prozent mit einer Höchststands- bzw. Kapitalgarantie ausgestattet.

Im Auto-Geschäft (Haftpflicht und Kasko) konnte man sich vom negativen Markttrend abkoppeln und legte um 4,1 Prozent auf 148 Mio. Euro zu, während der Markt um ein Prozent schrumpfte; im Non-Kfz-Bereich von Schaden/Unfall wuchs man um 4,6 Prozent auf 195 Mio. Euro, knapp unter dem Marktplus von 4,8 Prozent. Insgesamt sei man mit einem Prämienplus von 4,4 Prozent auf 348,4 Mio. Euro in S/U zum 5. Mal über der Branche gewachsen, die um 2,4 Prozent zulegte.

2008 konnte trotz der Frühjahrsstürme "Emma" und "Paula", die "Kyrill" von 2007 deutlich übertrafen, der Schadensatz im Sachgeschäft netto um 0,3 auf 68,9 Prozent gesenkt werden. Der Nettoschadenaufwand stieg um 7,2 Mio. oder 3,6 Prozent auf 208,6 Mio. Euro. Der Nettokostensatz wuchs auf 28,6 Prozent, laut Emrich wegen Vertriebsinvestitionen. Die Combined Ratio netto (Schäden und Kosten in Relation zu den Prämien) stieg laut HGB um 0,7 auf 97,5 Prozent. Nach IFRS wäre die Rate zirka zwei Prozent niedriger, so Matschnig.

Makler-Vertrieb wird wichtiger

Der Makler-Vertrieb wird auch für Zürich immer wichtiger. Vom Neugeschäft stammen bereits 70 Prozent von Maklern, und erstmals übertraf diese Schiene auch im Bestand den eigenen Vertrieb, der 27 Prozent der Neuverträge beisteuerte. Mit nur 3 Prozent Anteil weiter auf niedrigem Niveau unterwegs ist dagegen der Direktvertrieb "Zürich Connect" (früher "Zuritel"), der vor allem Autoprodukte verkauft. Matschnig schätzt das Potenzial für Direktvertriebe in Österreich auf 5 Prozent Marktanteil - davon 60 Prozent Kfz-Anteil -, "und da wollen wir Marktführer bleiben", auch wenn ein weiterer Akteur, aus dem Ausland, auftreten würde, woran der Zürich-Österreich-Chef glaubt. (APA)

 

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