Britischer Hindu kämpft um Recht auf Feuerbestattung

24. März 2009, 13:12
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Davender Ghai (70) klagt Großbritannien wegen Verstoßes gegen Europäische Menschenrechtskonvention

London - Ein britischer Hindu kämpft vor Gericht um das Recht auf eine Feuerbestattung unter freiem Himmel. Der 70-jährige Davender Ghai argumentiert in dem am Dienstag begonnenen Berufungsverfahren vor dem High Court in London, Großbritannien verstoße mit dem bisher geltenden Verbot gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Als Hindu glaube er daran, dass die Seele im heiligen Feuer wie ein Phönix wiedergeboren werde.

Feuerbestattungen sind in Großbritannien seit 1902 nur in Krematorien erlaubt. Der Stadtrat von Newcastle hatte deshalb Ghais Antrag 2006 zurückgewiesen. Gläubige Hindus lassen die Leichen verstorbener Angehöriger deshlab oft zur Feuerbestattung anch Indien bringen.

Der ursprünglich aus Kenia stammende Hindu lebt seit 1958 in Großbritannien. Er plädiert dafür, Feuerbestattungen an eigens dafür geschaffenen Plätzen weitab von Wohngebieten zuzulassen. "Es ist mir schon klar, dass meine Forderung provokant ist, gerade für eine Nation wie die unsere, die so zimperlich mit dem Tod umgeht", sagte der 70-Jährige. "Aber ich glaube ehrlich nicht, dass Orte der natürlichen Feuerbestattung das öffentliche Sittenempfinden stören würden." (red/APA)

 

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    Feuerbestattung in Neu Delhi

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