Richard Stallman warnt vor der "Javascript-Falle"

24. März 2009, 12:45
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Entsprechender Code im Browser werde immer komplexer und schränken so die Freiheit ein - BenutzerInnen sollen aktiv darüber informiert werden

In einem neuen Grundsatzartikel nimmt sich der Gründer der Free Software Foundation (FSF), Richard Stallman, aktuellen Fragestellungen im Bezug auf freie Software im Browser-Umfeld an. So konstatiert er hier eine schleichende Verschlechterung der Situation und spricht gar von einer "Javascript-Falle".

Browser

Denn neben ohnehin nicht-freien Komponenten wie Flash oder Silverlight werde auch Javascript zunehmend zum Problem. Je mehr die Skriptsprache eingesetzt werde, um so komplexer würden auch die damit erstellten Programme. Durch dabei verwendete Kompression seien diese aber praktisch nicht mehr nachvollziehbar. Als Beispiel verweist er dabei etwa auf Google Docs, das im Hintergrund gut ein halbes Megabyte an Code in den Browser lade.

Austausch

Ein weiteres Problem sieht er in der Abgeschlossenheit der Web-Welt: selbst wenn für ein Javascript-Programm der Source-Code unter einer freien Lizenz verfügbar sei, könnten die BenutzerInnen diesen nicht so einfach mit eigenen Modifikationen versehen und austauschen.

Maßnahmen

Da dies ein Problem für jene darstelle, die jegliche proprietäre Software ablehnen, schlägt Stallman eine Reihe von Maßnahmen vor: So sollten Browser die BenutzerInnen vor der Ausführung von nicht-trivialem Javascript-Code warnen, bis jetzt passiert dies ja unbemerkt im Hintergrund. Die Grenze zwischen trivialem und nicht-trivialem Code zieht Stallman dort wo Methoden definiert werden, oder auch externe Skripte nachgeladen werden.

Lizenz

Außerdem würde Stallman gerne in den freien Browsern Möglichkeiten zum Austausch von Javascript gegen eigenen Code implementiert sehen. Auch sollten Seiten fix eine URL mit dem verfügbaren Source-Code integrieren und die zugehörige Lizenz definieren. (red)

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