Deutsche Exporte nehmen stark ab

24. März 2009, 11:25
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Außenhandel mit EU-Staaten leidet besonders stark

Wiesbaden - Die Wirtschaftskrise hat die deutschen Exporte im vierten Quartal 2008 um sechs Prozent gegenüber dem Vorquartal einbrechen lassen. Der Wert der Ausfuhren sank auf 233,8 Mrd. Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Preisbereinigt lagt der Einbruch bei 7,8 Prozent.

Ein leichtes Plus gab es noch bei den Importen, und zwar um 0,2 Prozent auf 200,5 Mrd. Euro. Preisbereinigt ergab sich für Oktober bis Dezember jedoch ebenfalls ein Rückgang, und zwar um 2,1 Prozent.

Ein Export-Plus errechneten die Statistiker für das Gesamtjahr 2008: Die Ausfuhren aus Deutschland stiegen um 3,1 Prozent auf insgesamt 994,9 Mrd. Euro, preisbereinigt um 1,9 Prozent. Die Importe stiegen im Gesamtjahr um 6,3 Prozent auf 818,6 Mrd. Euro, preisbereinigt um 2,5 Prozent.

Der Rückgang des deutschen Außenhandels im vierten Quartal ist laut den Statistikern vor allem auf eine drastische Abnahme der Exporte in EU-Staaten zurückzuführen: Zwischen Oktober und Dezember reduzierten sich die Ausfuhren dorthin im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,1 Prozent auf 145,3 Mrd. Euro. Dabei sanken die Ausfuhren in EU-Staaten außerhalb der Eurozone mit minus 11,5 Prozent (auf 47,8 Mrd. Euro) prozentual stärker als Ausfuhren in andere Euro-Länder mit minus 7,8 Prozent (auf 97,5 Mrd. Euro).

Dagegen fiel der Exportrückgang in Drittstaaten außerhalb der EU mit 0,6 Prozent auf 88,5 Mrd. Euro vergleichsweise gering aus.

Frankreich, die Niederlande und Italien waren wie im Vorjahr die drei wichtigsten Handelspartner Deutschlands innerhalb der EU. Die deutschen Ausfuhren in diese drei Länder sanken im vierten Quartal durchweg: Nach Frankreich wurden noch Waren im Wert von 23,4 Mrd. Euro (minus 1,3 Prozent), in die Niederlande im Wert von 15,6 Mrd. Euro (minus 5,3 Prozent) und nach Italien Waren im Wert von 14,9 Mrd. Euro (minus 8,3 Prozent) geschickt.

Exportminus in den USA

Der wichtigste Handelspartner außerhalb der EU sind die USA, wobei das Exportgeschäft hier einen besonders kräftigen Einbruch erlebte, und zwar um 8,5 Prozent auf 17,0 Mrd. Euro. Im gleichen Zeitraum stiegen die Exporte nach China - zweitgrößter Handelspartner aus den Drittstaaten - um 8,7 Prozent auf 8,7 Mrd. Euro.

Die positive Entwicklung bei den nominalen Importen ist laut den Statistikern hauptsächlich auf den Handel mit den Drittstaaten zurückzuführen: Während die Einfuhren aus der EU im vierten Quartal um 2,2 Prozent auf 113,9 Mrd. Euro zulegten, stiegen die Einfuhren aus den Staaten außerhalb der EU um 3,5 Prozent auf 86,5 Mrd. Euro. (APA/AP)

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