Konsolen-Grafik kommt aufs Handy

24. März 2009, 11:31
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ARM zeigt Lösungen auf Spieleentwickler-Konferenz - "Mali"-Chip erlaubt Anti-Aliasing und Shader-Funktionen

Der britische Handy-Chiphersteller ARM hat anlässlich der gestern, Montag, eröffneten Game Developers Conference seine Vision für die nächste Generation mobiler Grafik und Spiele vorgestellt. Grafik in Konsolenqualität soll Smartphones erobern. "Dabei meinen wir 'echte' Konsolen, also eine Qualität weit jenseits aller aktuell erhältlicher mobiler Plattformen", erklärt Remi Pedersen, Product Manager High-end Graphics, ARM Media Processing Division, gegenüber pressetext. Dabei setzt ARM auf seine "Mali"-Grafikchips, die etwa Shader- und Anti-Aliasing-Funktionen auf das Handy bringen sollen, die es bislang nur in Konsolen und High-End-Grafikkarten gab.

Chips

ARMs Mali-Palette erstreckt sich aktuell bis hin zum Mali-400 MP, einem im Sommer 2008 vorgestellten Mehrkern-Grafikchip, der über eine Mrd. Rechenoperationen pro Sekunde verspricht. "Die Roh-Performance so eines mobilen Grafikchips ist nicht vergleichbar mit einer PS3", meint Pedersen zwar. Allerdings habe man es in der Praxis auch mit recht unterschiedlichen Bildschirmauflösungen zu tun. "Daher ist die 'Performance pro sichtbarem Pixel' schon annähernd vergleichbar", betont Pedersen. Zwar werde der Cell-Chip der PS3 noch ein bis zwei Jahre die Nase vorn haben, doch versprechen Mali-Prozessoren bereits jetzt beachtliche Features. Dazu zählen etwa 16-faches Anti-Aliasing sowie die Unterstützung der Shader-Spezifikation OpenGL ES 2.0 und von Bumpmaps für detailreiche 3D-Grafik, so Pedersen. Der Mali-400 MP unterstützt theoretisch auch HD-Auflösungen bis zu 1080p.

Überhitzung

Überhitzungsprobleme, wie sie durch ein Verkleinern von Desktop-Grafikchips entstehen würden, soll es mit Mali nicht geben. "Die Arbeit von ARM drehte sich um die Frage: 'Wenn wir mit begrenztem Strom auskommen müssen, wie weit können wir die Performance treiben?'", sagt Pedersen. Daraus ergab sich ein spezieller Zugang zur Grafikverarbeitung. "Im Prinzip maximieren wir die Rechenleistung pro Pixel und minimieren die genutzte Speicherbandbreite", erklärt Pedersen. Dadurch, dass sich die Grafikverarbeitung im wesentlichen direkt im Chip abspielt, könnten Verbrauchs- und Überhitzungsprobleme, die bei intensiver Kommunikation des Grafikchips mit Speicher außerhalb des Grafikchips entstehen würden, weitgehend vermieden werden.

Lizenzen

Laut ARM gibt es bereits 27 Lizenznehmer der Mali-Technologie. "Eine Spiele-Strategie und visuell fesselnde Anwendungen werden immer wichtiger, da nun mobile Endgeräte so verbreitet sind", betont Borgar Ljosland, Director of Advanced Product Marketing, ARM Media Processing Division. Es bestehe die Chance auf eine Revolution des Games-Markts, wenn die Industrie entsprechend zusammenarbeite. Mit Mali sei man in der Position, hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen. "Wir erwarten, dass eine überwältigende Mehrheit der Consumer-Geräte von morgen Mali-Technologie nutzen werden", sagt Ljosland. Schon jetzt sind laut ARM etwa 80 Mio. Handys mit Mali-Technologie im Umlauf. Dazu zählt das LGE Renoir, das Mali-Grafikbeschleunigung für sein Flash-basiertes Nutzerinterface nutzt. (pte)

 

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