Österreicher sind keine Impfgegner

24. März 2009, 11:33
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Großteil der Menschen ist vom gesundheitlichen Nutzen der Schutzimpfungen überzeugt - Nur wenige Impfmuffel

Wien - Die meisten Menschen in Österreich halten Impfungen für wichtig. Nur zwei Prozent deklarieren sich als "unverbesserliche Impfmuffel". Doch die Immunisierungen sollten auch möglichst einfach zu erhalten sein. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von "Oekonsult" unter 1.193 Personen.

"Impfen ist wichtig, gar keine Frage. 91 Prozent der Befragten stimmen zu, unter ihnen 55 Prozent, die an dieser Aussage nicht den leisesten Zweifel hegen. Zwei Prozent deklarieren sich als unverbesserliche Impfmuffel", heißt es in der Auswertung von "Impfen im Frühling".

Zwei Drittel der Österreicher glauben demnach daran, dass Impfkampagnen in der Öffentlichkeit primär gesundheitsorientiert sind. Allerdings dürfte - nimmt man einzelne Kategorien im Ranking zusammen - ein weiteres Drittel eher an "Geschäftemacherei" glauben, 13 Prozent sind davon sozusagen felsenfest überzeugt.

Auf hypothetisches Terrain wagte man sich schließlich mit folgender Frage: "Impfen gleich an Ort und Stelle, sogar unmittelbar nach dem Kauf des Impfstoffes in der (impfberechtigen) Apotheke? Diesen Vorschlag lehne ich kategorisch ab." Oekonsult in seiner Auswertung: "70 Prozent widersprechen der Unterstellung, sie würden es kategorisch ablehnen, gleich beim Kauf des Impfstoffes in der Apotheke die entsprechende Injektion verabreicht zu bekommen."

Impfstoffe nur auf Rezept

In Österreich sind alle Impfstoffe prinzipiell rezeptpflichtig. Das bedeutet, dass der Patient eigentlich erst zum Arzt, dann zur Apotheke und dann wieder zurück zum Arzt gehen müsste. Apotheken geben aber - so die Erfahrung von niedergelassenen Ärzten - Impfstoffe auch ohne Rezept ab.

"Mit dem Effekt, dass bei mir auch schon Leute mit gekauften Impfstoffen aufgetaucht sind, die diese noch gar nicht benötigten", erklärte dazu eine Wiener Allgemeinmedizinerin. In die Apotheke zurückbringen kann man keine Vakzine mehr. Umgekehrt gibt es aber auch geschäftstüchtige Pharma-Großhändler, welche Vakzine gleich an die niedergelassenen Ärzte verkaufen.

Freilich, das Impfen soll laut der Umfrage für den Österreicher jedenfalls möglichst einfach sein. Oekonsult: "Eine deutlich verbesserte Impflandschaft in Österreich können sich immerhin 85 Prozent der Umfrageteilnehmer vorstellen. Der Zugang zur sinnvollen Schutzimpfung muss einfacher, schneller, leichter und bequemer werden. Dann klappt's auch mit der Durchimpfungsrate." Sowohl bei Oekonsult als auch bei der Österreichischen Apothekerkammer wurde versichert, dass dies keine Auftragsumfrage der Standesvertretung der Pharmazeuten gewesen ist. (APA)

 

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