AWD-Gewinn bricht um 96 Prozent ein

24. März 2009, 09:34
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Der zuletzt wegen seiner Bera­tungs­tätigkeit in die Kritik geratene Konzern verzeich­net 2008 ein historisches Minus

Wien - Der zuletzt wegen seiner Beratungstätigkeit in Österreich in die Kritik geratene Finanzdienstleister AWD hat im Geschäftsjahr 2008 einen drastischen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Jahresüberschuss des Finanzdienstleister AWD fiel 2008 um 96,2 Prozent auf 2,1 Mio. Euro (55,2 Mio. Euro), der Umsatz um 11,8 Prozent auf 633 Mio. Euro (717,5 Mio.), teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Ergebnis je Aktie fiel damit um 96,5 Prozent von 1,43 Euro auf 0,05 Euro. Das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) belief sich auf 19,7 Mio. Euro nach 83 Mio. Euro 2007 (Minus 76,3 Prozent). Konzernweite Sonderaufwendungen in Marketing- und Rekrutierungsmaßnahmen sowie die Einmal-Restrukturierungsaufwendungen in Großbritannien hätten sich auf das Ebit ausgewirkt, so die Mitteilung.

Dividende wird es für 2008 keine geben, die Gruppe will sich nun auf langfristige Absicherungs- und Altersvorsorgeprodukte konzentrieren. Mit diesen Produkten werden schon jetzt 81 Prozent des Umsatzes gemacht.

Auch in der Region Österreich/CEE lief das Geschäft nicht gut: das Ebit fiel um 87,9 Prozent auf 4,2 Mio. Euro (34,7 Mio. Euro), der Umsatz sank um 30,8 Prozent auf 114,5 Mio. Euro (165,4 Mio. Euro). Die Zahl der Berater lag am Jahresende 2008 mit 1.260 (1.342) um 6,1 Prozent niedriger als Ende 2007, auch der Kundenstock fiel um 3,8 Prozent auf 123.000 (127.800). In den "Wachstumsmärkten CEE" habe es "beachtliche Zuwächse" gegeben, in Österreich habe sich hingegen "die allgemeine Verunsicherung negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt", wird Kurt Rauscher, Geschäftsführer von AWD Österreich & CEE, in der Aussendung zitiert. Die Region umfasst neben Österreich die Tschechische Republik, Polen, Kroatien, die Slowakei, Ungarn sowie Rumänien. Auf die Region Österreich & CEE entfielen 2008 rund 18 Prozent des Konzernumsatzes.

Stabiles Geschäft in Deutschland

Relativ stabil entwickelte sich das Geschäft in Deutschland. Hier stieg der Umsatz um 0,2 Prozent auf 385,6 (384,7) Mio. Euro. Das Ebit sank um 3,5 Prozent auf 72,4 (75,0) Mio. Euro. In der Schweiz sank der Umsatz um 1,6 Prozent auf 69,3 (70,4) Mio. Euro, das Ebit ging allerdings um 41,8 Prozent auf 5,3 (9,1) Mio. Euro zurück. In Großbritannien fiel der Umsatz um 34,4 Prozent auf 63,6 (97,0) Mio. Euro, das Ebit ging von Minus 5,0 Mio. Euro auf Minus 24,9 Mio. Euro zurück. Per Jahresende hat sich AWD vom Immobilien-Folgefinanzierer AWD Home Finance getrennt.

AWD gehört seit Ende Februar zur Gänze dem Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life, Bei einer außerordentlichen AWD-Hauptversammlung in Hannover wurde am 24. Februar beschlossen, die restlichen Aktionäre mit 30 Euro je Aktie abzufinden. Swiss Life hatte bereits 96,71 Prozent an AWD besessen. AWD-Gründer Carsten Maschmeyer soll, wie vor einer Woche aus Branchenkreisen bekannt wurde, das Unternehmen verlassen und Anfang Mai in den Verwaltungsrat der Swiss Life gewählt werden. Er ist mit einem Anteil von 8 Prozent der größte Einzelaktionär von Swiss Life. (APA)

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