AIG-Manager zahlen 50 Millionen Dollar zurück

24. März 2009, 22:11
135 Postings

New Yorker Staatsanwalt lobt Einsicht der Zahlungswilligen - Unternehmen verlor im 4. Quartal 2008 beinahe 62 Milliarden Dollar

Washington - US-Finanzminister Timothy Geithner und Notenbankchef Ben Bernanke haben eine Neuordnung der Finanzmarktregulierung gefordert. Der Kongress müsse gemeinsam mit der Regierung eine umfassende Reform ausarbeiten und Lücken in der Überwachung schließen, forderte Geithner am Dienstag. Nach heftiger öffentlicher Empörung wollen führende Manager des US-Versicherungsriesen AIG ihre Bonuszahlungen zurückerstatten.

Alle Institutionen und Märkte, die ein Systemrisiko darstellen könnten, werden einer strengen Überwachung unterliegen, einschließlich einer Begrenzung ihrer Risiken" , sagte Geithner bei einer Befragung durch den Bankenausschuss des US-Repräsentantenhauses. Es müsse verhindert werden, dass der Staat wieder mit einer Situation wie im vergangenen September konfrontiert sei, als der vor der Pleite stehende Versicherer AIG durch Eingreifen der Regierung gerettet werden musste. Bernanke sagte in der Sitzung, es bestehe ein "dringender Bedarf", neue Verfahrensweisen für die Kontrolle "systemrelevanter, wichtiger Finanzunternehmen" aufzustellen.

Geithner und Bernanke forderten mit Blick auf AIG die Schaffung einer Aufsichtsbehörde mit weitreichenden Kompetenzen, die auch Finanzunternehmen übernehmen und abwickeln kann, die keine Banken sind. Die Regierung brauche die nötigen Mittel, um so große Unternehmen wie den Versicherer AIG abwickeln zu können, sagte Geithner.

Die US-Regierung hatte AIG mit Steuergeldern vor der Pleite bewahrt und hält nun 80 Prozent der Anteile an dem Konzern. Mit Blick auf Bonus-Zahlungen in Millionenhöhe an AIG-Manager sagte Geithner, er habe die Zahlungen stoppen wollen. Die Vergütung sei jedoch legal und vor dem Einstieg des Staates in das Unternehmen

vertraglich festgelegt gewesen. Geithner war wegen der Zahlungen aus Staatsgeldern in Höhe von mindestens 165 Mio. Dollar (122,2 Mio. Euro) massiv unter Druck geraten. n strenger kontrollieren will.
Retournieren wollen indessen einige der Manager ihre Bonuszahlungen, die seit der Vorwoche für öffentlichen Unmut sorgen: 50 Millionen Dollar seien zurückgezahlt worden, berichtete der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo.

15 der 20 Manager mit den höchsten Zulagen hätten sich bereit erklärt, in vollem Umfang auf ihre Prämien zu verzichten. Der Staatsanwalt rechnet damit, die Hälfte zurückzubekommen. Die restlichen Gelder lägen außerhalb der Reichweite der Justiz. AIG begrüßte den Schritt seiner Mitarbeiter öffentlich. Das Institut sei zutiefst erfreut über den Gehaltsverzicht, so eine Mitteilung.
Das Repräsentantenhaus stimmte für ein Gesetz, mit dem die Boni weitgehend zurückgeholt werden sollen. (szem, Reuters, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 24.3.2009)

Share if you care.