Pristina und Belgrad streiten vor UN-Sicherheitsrat

23. März 2009, 22:37
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Österreich bewertet Entwicklung im Kosovo positiv

New York - Pristina und Belgrad haben sich am Montag vor dem Weltsicherheitsrat in New York mit Vorwürfen zur Lage im Kosovo überhäuft. Der serbische Präsident Boris Tadic warf den "ethnisch-albanischen Autoritäten unserer südlichen Provinz Kosovo" vor, den serbischen Mitbürgern "keine Sicherheit, keine Bewegungsfreiheit, kein Recht, keinen Strom und kein Wasser" zu gewähren.

Pristinas Außenminister Skender Hysei wiederum beschuldigte Belgrad, den an Serbien angrenzenden Norden des Kosovos "in eine Schutzzone für kriminelle und illegale Aktivitäten" verwandelt zu haben. Die ehemals südserbische Provinz Kosovo hat sich im Februar 2008 für unabhängig erklärt und ist eigenen Angaben zufolge seitdem von 56 Ländern als Staat anerkannt worden, unter ihnen Österreich.

"Wertvolle Arbeit"

Der österreichische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Thomas Mayr-Harting, sagte, Österreich bewerte die Entwicklung im Kosovo positiv. Die Grundlage für einen stabilen, demokratischen und multiethnischen Kosovo seien gegeben. Auch die EU-Rechtsstaatsmission EULEX leiste wertvolle Arbeit.

Nach den Berichten der Beteiligten verlaufe jedoch die Rückkehr der Vertriebenen nicht so wie gewünscht. Hier erwarte man verstärkte Bemühungen der kosovarischen Seite, so Mayr-Harting gegenüber der APA. Als positiv erwähnte der österreichische Botschafter, dass sich in Mitrovica, der geteilten Stadt im Nord-Kosovo, der serbische und albanische Polizeichef auf gemeinsame Polizeistreifen geeinigt haben. Grundsätzlich sei eine Zukunft für die Westbalkanländer in der Europäischen Union die beste Garantie, künftig Probleme zu vermeiden. (APA/dpa)

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