Zehn Tote nach Pipeline-Explosion

23. März 2009, 18:04
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Polizei soll Unfall ausgelöst haben, als sie mit Tränengas auf Menschenmenge feuerte

Freetown - Im westafrikanischen Sierra Leone sind mindestens zehn Menschen durch die Explosion einer Treibstoffpipeline getötet worden. 35 weitere Menschen seien bei dem Unglück in einem Armenviertel der Hauptstadt Freetown am Sonntag verletzt worden, teilten Rettungskräfte am Montag mit. Demnach befanden sich 17 Menschen noch in Lebensgefahr.

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben von Augenzeugen, als die Polizei mit Tränengas auf eine Menschenmenge feuerte, die Treibstoff aus der leckenden Pipeline abzapfte. Demnach hatten die Polizisten die Menschen zuvor mehrmals aufgefordert, sich von der Leitung zu entfernen. Die Regierung kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

Durch die Explosion wurden zahlreiche Hütten in dem Armenviertel nahe des Hafens von Freetown in Brand gesetzt. Hunderte Anrainer mussten wegen des Feuers ihre Häuser verlassen und kehrten am Montag zurück, um in den Trümmern nach ihren Habseligkeiten zu suchen. Medienberichten zufolge wurde der Treibstoff aus einem russischen Tanker in die Pipeline gepumpt. Viele Bewohner der illegal nahe der Leitung erbauten Hütten verdienen ihren Lebensunterhalt damit, abgezapften Treibstoff zu verkaufen. (APA/AFP)

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