Games-Branche ist nicht immun gegen Krise

23. März 2009, 17:40
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Entwicklerkonferenz GDC revidiert Besuchererwartungen nach unten

Die Computer- und Videospielebranche ist bislang von der Finanzkrise weitgehend verschont geblieben. Dass diese an dem boomenden Sektor dennoch nicht ganz unbemerkt vorbeizieht, zeigen Jobkürzungspläne bei großen Game-Studios wie Electronic Arts (EA) . Das Unternehmen, das als einer der weltweit größten Publisher und Entwickler von Spielen gilt, hat bereits vor geraumer Zeit angekündigt, bis Ende März aus Gründen der Kostenersparnis 1.000 Mitarbeiter entlassen zu müssen. Auch auf der am Montag in San Francisco gestarteten Game Developers Conference (GDC) ist US-Medienberichten zufolge eine zunehmend verhaltene Stimmung innerhalb der Branche spürbar. "Wir haben unsere Erwartungen im Vergleich zu den 18.000 Besuchern im Vorjahr in diesem Jahr nach unten revidiert. Wenn Spielestudios ihre Budgets kürzen, werden Ausgaben für Reisen und Weiterbildung als erstes über Bord geworfen", stellt Meggan Scavio, Leiterin des GDC-Events, gegenüber dem US-Portal Newsvine fest.

"Das Jahr 2008 war für die Branche überaus erfolgreich."

"Am deutschen Markt hat die Games-Industrie bislang keine Auswirkungen der Finanzkrise zu spüren bekommen", erklärt Martin Lorber, Pressesprecher von EA Deutschland http://www.electronic-arts.de, auf Anfrage von pressetext. Die Umsätze mit Computer- und Videospielen seien im vergangenen Jahr sogar auf ein neues Rekordniveau geklettert. "Das Jahr 2008 war für die Branche überaus erfolgreich. Die ersten Zahlen aus diesem Jahr bestätigen, dass sich dieser Aufwärtstrend weiter fortsetzen wird", betont Lorber. Die angekündigten Jobkürzungen bei EA seien nicht als unmittelbare Konsequenz der globalen Wirtschaftsprobleme zu sehen. Um am hart umkämpften Games-Markt bestehen zu können, müsse man auch Mut zum Risiko haben. "Wir haben 2008 viele neue kreative Spielekonzepte präsentiert. Das alleinige Ausruhen auf alten Erfolgen und bereits etablierten Marken wäre heute sicherlich zu wenig", merkt Lorber an.

Trend

Laut Bericht können Spielestudios angesichts des starken Trends zu familien- und gelegenheitstauglichen Games mit ihren Produktionen heute zwar ein Mio.-Publikum erreichen. Blockbuster-Titel mit ausgereifter Handlung, anspruchsvollem Design und neuester Hochglanz-Grafik hätten aber gleichzeitig auch den finanziellen Aufwand deutlich in die Höhe getrieben. "Der Aufwand, der mittlerweile für einige Produktionen betrieben wird, ist bereits nahezu mit dem eines Hollywood-Films vergleichbar", schildert Lorber. Insgesamt gesehen sei die Angebotspalette im Games-Sektor aber so breit gefächert, dass man keine pauschale Einschätzung zur Kostensituation abgeben könne. Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang sei zudem die kontinuierlich steigende Erwartungshaltung innerhalb der Gamer-Community. "Die User haben heute enorm hohe Erwartungen, was die Qualität von Computer- und Videospielen betrifft. Besonders deutlich merken wir das bei unseren Sportreihen wie dem Fußballspiel 'FIFA'. Um zu verhindern, dass das Interesse der Nutzer an dem Titel nachlässt, müssen wir das Spiels ständig durch neue Features und Ideen auf den neuesten Stand bringen", so Lorber abschließend. (pte)

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