Klage gegen France Telecom wegen Mobilcom gescheitert

23. März 2009, 17:38
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Landgericht weist Klage von Ehefrau des Mobilcom-Gründers ab ab

 Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid ist erneut mit einer Schadensersatzklage gegen seinen einstigen Partner France Telecom gescheitert. Das Landgericht Kiel wies nach Angaben vom Montag die Klage der Firma Millennium und von deren Geschäftsführerin Sybille Schmid-Sindram - Schmids Ehefrau - in Höhe von fünf Milliarden Euro gegen den französischen Konzern zurück (Az: 14 O 195/03).

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass Mobilcom von France Telecom nicht beherrscht worden sei und der Mobilfunkfirma durch den Rückzug ihres damaligen Partners kein Nachteil entstanden sei. Die Entscheidung von France Telecom zum Ausstieg aus dem UMTS-Mobilfunk-Geschäft sei aus "unternehmerischer Sicht vertretbar" gewesen, argumentierte dei Kammer. Weder Schmid noch seine Ehefrau waren für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Ehepaar hatte France Telecom vorgeworfen, eine im Jahr 2000 gegebene Zusage zum Ausbau des UMTS-Netzes nicht eingehalten zu haben. Die in Kiel ansässige Millennium und Schmid-Sindram waren zeitweise an Mobilcom beteiligt.

France Telecom war mit Schmid, der damals Mobilcom-Chef war, über das Tempo beim Ausbau des Breitband-Mobilfunknetzes in Streit geraten und hatte die Finanzierung eingestellt. Im Zuge der von France Telecom forcierten Rettung des Unternehmens musste Schmid seinen Posten als Vorstand räumen und alle Mobilcom-Anteile verkaufen. Im Gegenzug übernahm der französische Konzern 7,1 Milliarden Euro Schulden des Unternehmens. Seither kämpft Schmid um sein einstiges Vermögen.

Schmid selbst war bereits im vergangenen Jahr vor dem Landgericht Frankfurt mit einer milliardenschweren Schadensersatzklage gegen France Telecom gescheitert. Sein Anwalt hatte daraufhin Berufung angekündigt. Mobilcom wurde vor zweieinhalb Jahren nach langem Tauziehen mit Kleinaktionären mit der früheren Tochter Freenet verschmolzen. (Reuters)

 

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