Algenblüte sorgt auch am Meeresgrund für Probleme

23. März 2009, 18:57
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Giftige Domoinsäure wird nicht abgebaut und kann in die Nahrungskette gelangen

New York/Wien - Algenblüten an der Meeresoberfläche sind ein altbekanntes Problem. Nun haben Forscher der University of North Carolina entdeckt, dass die von den Algen produzierten Giftstoffe auch am Meeresboden schlimme Auswirkungen haben. Zudem bleiben sie deutlich länger dort als bisher vermutet und können auch für den Menschen, der Meerestiere verzehrt, schwerwiegende Folgen haben, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Domoinsäure ...

Das Wissenschaftsteam um Claudia Benitez-Nelson hat festgestellt, dass die Algen nach der Blüte nach drei Tagen in die Tiefe sinken und das Neurotoxin namens Domoinsäure mehrere Wochen hindurch am Meeresgrund nachweisbar bleibt. Das war sogar bis in Tiefen von 800 Metern nachweisbar - und zwar in Konzentrationen, die acht Mal über dem Grenzwert der US-Gesundheitsbehörden lagen. Die Domoinsäure gilt als Ursache der sogenannten Amnesic Shellfish Poisoning (ASP). Die Verursacher der Vergiftungserscheinungen durch Domoinsäure sind häufig Kieselalgen. Solche Vergiftung sind nach dem Genuss von Meeresfrüchten aus Gebieten, wo Algenblüten aufgetreten sind, bekannt. "Besonders Muscheln sind davon betroffen, da sie über längere Zeiträume hinweg das Wasser filtern und dadurch Schadstoffe und Gifte aufnehmen", so Scattolin.

... und ihre Folgen

Die Domoinsäure greift beim Menschen vor allem Regionen im Hippocampus und in dessen Nachbarschaft an und schädigt auf diese Weise insbesondere das Erinnerungsvermögen durch eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses. In den meisten Fällen sind diese Zustände reversibel. Vergiftungen verursachen zudem Übelkeit, Krämpfe, Durchfall, Kopfschmerz und Atembeschwerden.

Die Domoinsäure wird im Wasser durch Sonnenlicht sehr schnell aufgespalten. Das gelte allerdings am Meeresboden nicht. Für Bodenbewohner, die den Meeresgrund abgrasen, habe das Toxin keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Das gelte sowohl für Muscheln und Schnecken als auch für Krebse und Bodenfische. Bisher habe man lediglich Muscheln, die nahe der Wasseroberfläche leben auf die Domoinsäure hin untersucht. (pte/red)

 

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