Unis widmen sich Lernprozessen von Kleinkindern

23. März 2009, 14:47
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Neue Professuren für Entwicklungspsychologie und Pädagogik im frühen Kindesalter in Wien und Graz

Wien/Graz - Gleich zwei österreichische Universitäten wollen sich künftig verstärkt den Lernprozessen von Kleinkindern widmen. An der Uni Graz soll mit Wintersemester 2009/10 ein neu geschaffener Forschungsbereich am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaften die Bildungsfähigkeit von Null- bis Sechsjährigen untersuchen. Die auf sechs Jahre befristete Professur ist derzeit ausgeschrieben. An der Uni Wien hat mit Lieselotte Ahnert eine Expertin für frühe Bildungsprozesse die Leitung des Fachbereichs Entwicklungspsychologie der Psychologie-Fakultät übernommen.

Professionalisierung

An der Uni Graz wird sich die Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftliche Fakultät (URBI) ab dem kommenden Studienjahr Kindern vor dem Schuleintritt widmen. Laut Dekan Werner Lenz soll der Schwerpunkt auf der Erforschung der Bildungsfähigkeit von Kindern unter sechs Jahren und dem Zusammenhang von Migrationshintergrund und Spracherwerb liegen. Zusätzlich soll ein Angebot geschaffen werden zur "Professionalisierung all derer, die sich beruflich mit Kindern zwischen null und sechs Jahren beschäftigen". Das Grazer Erziehungswissenschaften-Institut werde sich damit, sagte Lenz, "als einziges Institut in Österreich mit Lernen über die gesamte Lebensspanne wissenschaftlich beschäftigen - von der Wiege bis zu Bahre".

Stressbewältigung bei Krippenkindern

Neo-Fachbereichsleiterin Ahnert wird sich im Rahmen ihrer Professur u.a. der Stressreaktivität von Kleinkindern widmen. Die gebürtige Thüringerin hatte bereits seit zwei Jahren im Rahmen einer Forschungskooperation mit der Universität Wien zu tun: Gemeinsam mit dem hiesigen Bildungswissenschafter Wilfried Datler arbeitete sie zum Thema Stressbewältigung bei Krippenkindern. Die anfängliche Trennung von der Mutter bedeutet für das Kleinkind großen Stress. Durch Analyse des Cortisol-Spiegels im Speichel wird der Stresspegel gemessen, durch Videoaufnahmen die Reaktion der Kinder dokumentiert. Forschungsschwerpunkte der aus Thüringen stammenden Entwicklungspsychologin Ahnert sind Lernen in der Kindheit, Bildungs- und Beziehungsforschung, Stress in der Kindheit und Entwicklungskonsequenzen. (APA)

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