Videoblog von Hans Rauscher

Industrie beharrt auf Staatshilfe

23. März 2009, 17:00

IV-Präsident Veit Sorger fordert "so rasch wie möglich" 15 Milliarden Staatshaftung

"Die Nachrichten, die wir täglich bekommen, sind nicht beruhigend", meint der Präsident der Industriellenvereinigung Veit Sorger im Gespräch mit Hans Rauscher zur Finanzkrise. Wobei manche Meldungen aus der Pharma-, Nahrungsmittel- und Energie-Industrie erstaunlich seien, weil sie nicht so schlecht sind. In Summe sei die Lage jedoch "bedenklich und ungewöhnlich". Es sei zu befürchten, dass neben der Kurzarbeit auch Freisetzungen, sprich Kündigungen, im Laufe des Jahres erfolgen werden. 

Forderung: 15 Milliarden Euro Staatshilfe für die Industrie

Obwohl sich die Regierung bereits ablehnend gezeigt hat, plädiert Veit Sorger weiterhin für eine Staatshaftung für die Industrie: "Man sollte so rasch wie möglich ein Paket von 15 Milliarden Euro behaftete Kredite und oder Anleihen auf die Reise schicken." Der IV-Präsident begründet die Notwendigkeit dieser Staatshilfe für die Industrie so: Es gelte jenen Unternehmen zu helfen, die keine strukturellen Schwächen zu verdecken hätten, sondern "erstklassige Unternehmen mit erstklassigen Produkten, die jetzt auf Grund der Krise eine Nachfrageschwäche haben", und trotzdem die Rohmaterialien finanzieren müssten. "Ich weiß, dass das ein Bruch der Linie der Industrie ist, aber in der jetzigen Zeit gibt es keine ideologischen Brüche, sondern Pragmatismus."

"Keine Geschenke" von der Regierung

Veit Sorger hofft auf weitere Gespräche mit der Regierung und hält fest: "Es muss neben der Bankenfinanzierung in der gegenwärtigen Form etwas Zusätzliches geben, sonst ist das wirklich ein enormer Nachteil und Schaden für das Land und nicht nur für die Industrie." Man erwarte sich von der Regierung auch keine Geschenke, sondern Staatshaftungen, für die eine Risikoprämie bezahlt wird und welche die Industrie "jederzeit wieder zurück bezahlen können". Damit sei man nicht allein: In Deutschland wurde ein Paket über 115 Milliarden Euro für Kreditbehaftungen aufgestellt, "da sind unsere 15 Milliarden im Verhältnis zur Bedeutung für Österreich etwas, das durchaus zu verantworten ist."

Beitrag der Beamten gefordert

Woher der Staat das ganze Geld nehmen soll, beantwortet Veit Sorger so: "Ohne eine einschneidende Reform im Gesundheitswesen, im Verwaltungsbereich und auch im Pensionssystem wird es nicht gehen." Jeder werde dazu seinen Beitrag zu liefern haben. Auch Beamte, denn: "Der geschützte Bereich, der ja nicht von Kündigungen bedroht ist wie der ungeschützte Bereich der Arbeiter und Angestellten der Industrie, wird hier gefordert sein." Veit Sorger unterstützt deshalb auch die Bestrebungen von Bildungsministerin Schmied im Verwaltungsbereich der Schulen einzusparen.

Managergehälter ohnehin niedrig

Der Beitrag aller gelte "selbstverständlich" auch für Manager. Er kenne jedoch sowieso keinen einzigen Fall in Österreich, bei welchem ein Manager auf Zusatzbonifizierungen beharrt hätte. Veit Sorger verteidigt auch die vergleichsweise geringen Einkommen der heimischen Manager, "die sicher so tüchtig wie die anderen" seien, und was ihr Grundgehalt samt Boni betrifft, im internationalen Vergleich "im allerletzten Drittel" liegen. Die Beschränkung bei den Managergehältern auch in nicht-staatlichen Betrieben sei eine Frage der Solidarität: "Da braucht man gar nicht dazu aufrufen, die machen das."

Ende der Krise?

Hier beruft sich Veit Sorger auf den "sehr charismatischen" US-Präsident Barack Obama: "Fünf Jahre, wobei wir eines davon schon hinter uns haben."

Gegenfrage

In der RAU-TV-Gegenfrage möchte Veit Sorger von Hans Rauscher wissen, was er bzw. die österreichischen Medien dazu beitragen können, damit sich Österreichs Reputation und das Standing bei den Rating-Agenturen verbessert. Die Antwort findet sich im obigen Video. (rasch, derStandard.at, 23.3.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
Haus Österreich1
00
30.4.2009, 11:47
Wie die meisten gelernten ÖsterreicherInnen ...

... hat auch er JUS studiert - Jammern Und Sudern !!!

also dann ...
00
30.4.2009, 12:30
hahaha ... j u s ? seit wann ... ist das ein vollzeit - studium ?!

deswegen sabbert er
+ sein trabant beyrer...
nur vwl. un-sinn der extraklasse - alles klar (!).

also dann ...
10
24.4.2009, 21:00
nun sorger ... auch ein stifterl ... sabbert nur den AG-schmarrn herunter - sonst nichts.

ja ... staatshilfen - aber gerne, wenn

- z u e r s t die eigentümer eine ordentliche einlagen leisten, die ZUMINDEST den gewinn-entnahmen seit 2 0 0 4 (!) entspricht
- der staat nur geld gegen eigenkapital gibt
- nur jene unternehmen, deren eigenkapital-quote unter 15 % liegt unterstützt werden
- k e i n e dividenden für die dauer der staatl. subvention ausbezahlt werden
- sofort ALLE manager auf ihre boni verzichten...
und ihre gehälter auf 400k abgesenkt werden.

also dann...

Willi Saufen
00
22.4.2009, 17:06
regt euch ab

Es ist sein job zuckerl für die industrie zu verlangen und unserer für eine gerechte verteilung zu kämpfen

Verdad
00
21.4.2009, 22:33

... und wenn von den 15 Milliarden ein paar Hundert Millionen irgendwohin verschwinden, fällts nicht auf, und das ist das einzige worum's wirklich geht.

Rezitator
00
10.4.2009, 16:08
weiterhin genug Auslastung für alle???

"Österreich ist lt. IV ein Einwanderungsland" zwecks Spielertausch d.h. billige rein - hiesige Arbeiter und Angestellte raus. Aber bitte schon zu Lasten des "Allgemeinbuckels"-Sozialversicherung, Pensionsversicherung und AMS. Ach so, jetzt sind doch gerade einmal die Beamten an der Reihe, dann die Rothaarigen und die obere Riege richtet es sich in Ruhe.....

http://diepresse.com/home/wirt... 5/index.do





Kapitalismus Luege
11
10.4.2009, 13:59
Staatshilfe finde ich OK

x) für die Banken (Staatshaftung)
x) für die Industrie (Staatshaftung, weil einer Bankgarantie keiner mehr traut, oder weil es keinen Kredit gibt)
x) für den Bürger die Mindestsicherung, weil die Industrie ja keine ausreichende Löhne mehr zahlen kann. (working poor)

Strom kommt aus der Steckdose, Geld vom Staat. Der kann nämlich beliebig viel davon drucken.

Fein, es gibt nur Gewinner.



legal eagle
00
14.4.2009, 09:27

und irgendwann sind wir zimbabwe.

sauber
00
10.4.2009, 03:07
HOMEPAGE

Er kann dem Finanzminister eine Homepage einrichten, unversteuert natürlich. Dann wird der die Steuern für die Industrie senken. Dann werden sich nach den deutschen auch noch viele andere Firmen bei uns niederlassen.
Dann fährt der Finanzminister zu all unseren Nachbarn und erklärt ihnen unsere erfolgreiche Steuerpolitik, die damit unsere Leistungsfähigkeit auf Kosten unserer Partner dokumentiert.
Dann wird unsere Reputation noch viel besser...

Ichmeine
00
Er kann

ja gerne auf sagen wir einmal 50 % seines Gehaltes verzichten (= geringerer Aufwand an MBeiträgen der Industrie an Kammerbeiträgen). Wenn er und seine Kumpanen darüber hinaus dann noch xy% seines Vermögens "vorübergehend" der Industrie kurz- bis mittelfristig zur Verfügung stellt, ist das sicher anständig solidarisch und werden sich die Steuerzahler dann sicher nicht seiner Forderung verschließen können.
Er wird ja wohl nicht allen Ernstes erwarten, dass alles der "Steuerzahler" trägt. Wo bleibt denn sonst sein Beitrag und seinesgleichen ?

Huber 132
01
der gute veitl

jemand der wie kein Anderer fuer den negativen Kapitalismus steht , merkt natuerlich nicht was er fordert und wie sehr er sein Unverstaendnis fuer die Situation darstellt. Wenn man als ABfertigung 10% der Europapier erhaelt und man auch noch nach Macht strebt dann ist das keine geglueckte Verbindung ( 10% Europapier = 30-35 Mio EUR , ...lt SOrger?) als Abfindung, na ja und wenn es nicht laeuft dann bitte Geld vom Staat....

Minimonk
00
26.3.2009, 17:08
Apfeltasche dazu?

erz
03
25.3.2009, 22:30
Was will ER?

Steiergerung des Ausbeutungsgrades bei sinkenden Erhaltungs- und Betriebskosten des Volkes. Im Klartext sollte jeder Arbeitnehmer, welcher in der Industrie sein Entgelt erhält, dieses ohne Abzüge wiederum an die Konten der Industrie rücküberweisen, damit die Umverteilung des Geldes im eigenen Haus bleibt. Ich würde meinen Veit Sorger ist einer von denen der die triesten Verhältnisse der Dritten Welt nach Europa importieren will.

Cosmic Slop
 
02
30.3.2009, 23:32
Löhne durch Schulden ersetzen, das will er

VS fällt schon seit Jahren besonders unangenehm auf - dieser Typ hat in Österreich mehr Macht als jeder Minister.

haudi
02
25.3.2009, 20:16
Staatshilfe - Jetzt

Finanzierung:

Alle möglichen Vermögenssteuern raufschrauben, wiedereinführen bzw. neu erfinden.

hauptsache spaß
01
24.3.2009, 22:24
die geldsauger NR1 in österreich

undqualifizierte manager schützen
hocharrogante geldschongleuere im IV-club aufnehmen...
lohndumping und sinkende arbeitszahlen fördern

das sind die hauptgeschäfte der arroganten IV

Truhe
 
06
24.3.2009, 20:41

Höret, der Cheferpresser spricht!

ChrC1
 
12
24.3.2009, 18:15
es war einmal

eine assel, die kam in ein schlamassel denn der keller in dem sie asselte stürzte ein. - sie soll sehr religiös geworden sein. b.b.

Veniceanin
06
24.3.2009, 17:25
Pragmatismus statt Ideologie

Mal ehrlich, die Ideologie von den Wohltaten des freien Marktes hat sich als bloße Kampfrhetorik zwecks Steuerminimierung entpuppt. Die Industriellen wollten sich mit diesem Gerede in Zeiten der Hochkonjunktur aus der Solidargemeinschaft davonstehlen, jetzt, wo es im Dachgebälk kracht, wird nach der Solidargemeinschaft gekräht. Wie soll man zu diesem Charakter sagen?

Modeste Mignon
 
06
24.3.2009, 17:19
die 15 mrd staatshilfe sind leicht aufgebracht

die industrie muß einfach nur mit dem gewinntransfer in steueroasen aufhören, die wirtschaft ihre steuerschulden entrichten und die mißstände in risikobranchen abgestellt werden. das geld ist schnell aufgebracht und ist es erst im staatssäckel, kann über alles gesprochen werden. zuvor nicht!

per verser
11
24.3.2009, 16:15

es ist nicht mehr zu leugnen:

das kapital, d.h. die industriellen haben die politik jetzt unter kontrolle - entweder kriegen sie das geld, oder sie entlassen die leute, so die drohung.

die speziell von den schwarzen so gerne ausgegebe parole "weniger staat, mehr privat!" bedeutet in wahrheit: weg mit den volksvertretern, kapital an die macht.

und wenn immer weniger monpolisten immer mehr boden und ressourcen kontrollieren, wenn sie also die produktion beherrschen, gehts wieder in richtung sklaverei oder zumindest feudalherrschaft.

fulbright
01
24.3.2009, 15:58
Kein Geld gibt es. Subventionen würden nur den natürlichen Reinigungsprozess stören,


nach der Krise sind dann die ungesunden Unternehmen weg. Ein längst fälliger Prozess.

Al Yankovic
00
24.3.2009, 17:51

wenn man ihre theorie weiterführt; müsste sich aber nicht der ganze kapitalismus selbst wegrationalisieren und das star trek universum beginnen? --- Erwerbsarbeit als Existenzgrundlage ist Mittelalterlich!!!

fulbright
01
24.3.2009, 19:18
Nein..nicht wegrationalisiert, sondern

Darwin „Survival of the Fittest“

Alois Schwarz
04
24.3.2009, 14:49
Mir Reformen im Gesundheitssystem meint dieser Oberindustrielle

wohl Einsparungen bei den sozial Schwächsten. Wir haben heute schon eine Zwei-Klassen Medizin. Wenn man einen Termin z.B.: bei einem Internisten möchte ist die erste Frage nach einer privaten Krankenversicherung. Hat man eine, so hat man binnen Tagen einen Termin - wenn nicht so haben die Ärzte komischerweise enorme Wartezeiten. Bei den Pensionen ist die "Volkspension" nur eine Frage der Zeit. Wir nähern uns amerikanischen (freimaurerischen?)Verhältnissen - mir grauet vor der Zukunft.

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