FPÖ-Chef Strache sieht Indiz für Neuwahlen

23. März 2009, 15:48
28 Postings

ÖVP, Grüne und BZÖ orten Chaos im Laska-Ressort

Wien - Auf große Zustimmung der Rathausopposition ist am Montag der anstehende Rücktritt von Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska (SPÖ) gestoßen. Nun müssten die schon lange anstehenden Probleme im Laska-Ressort aufgearbeitet werden, konstatierten ÖVP und Grüne. FPÖ und BZÖ forderten weitere personelle Konsequenzen in der SPÖ.

"Flops der letzten Monate"

ÖVP-Rathausklubchef Matthias Tschirf bezeichnete den Laska-Abgang als "logische Konsequenz aus den von ihr zu verantworteten Flops der letzten Monate". Das Spektrum reiche hier vom Riesenradplatz bis hin zum "Finanzdebakel Fanzone Hanappi-Stadion". Es bleibe zu hoffen, dass es mit der längst überfälligen Neubesetzung des Ressorts endlich Signale zur Lösung der anstehenden Probleme gebe. "Mit undurchsichtigen Auftragsvergaben muss jedenfalls ein für alle Mal Schluss sein", forderte Tschirf.

"Scherbenhaufen"

Die Grüne Klubobfrau Maria Vassilakou bezeichnete den Rücktritt als überfällig: "Laska hinterlässt einen riesigen Scherbenhaufen, der Häupl noch lange schwer im Magen liegen wird." Die entsprechende Regierungsumbildung sei nach langen Jahren des Stillstands ein Schritt in die richtige Richtung, komme aber viel zu spät, um die angeschlagene SPÖ noch rechtzeitig wieder in Fahrt zu bringen. Laska habe im Schulbereich keinerlei Akzente gesetzt. Stattdessen gelte: "Der Name Laska steht für Freunderlwirtschaft pur, für eklatante Fehlplanungen und für Vergabe-Chaos."

Vorverlegung der Wahlen

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ortete im kolportierten Laska-Abgang ein "Bauernopfer", um Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) als Macher und Manager verkaufen zu können. Mit einem Rücktritt der SPÖ-Stadträtin stünden die Zeichen der Zeit in Wien jedenfalls eindeutig auf einer Vorverlegung der Gemeinderats- und Landtagswahl von Herbst 2010. Aus diesem Grunde forderte Strache auch "Bremsklotz" Häupl zum Rücktritt auf.

"Chaos bleibt"

BZÖ-Chef Herbert Scheibner ortete den Beginn einer Rücktrittswelle der Wiener SPÖ-Führung - spätestens nach der nächsten Wien-Wahl. Wenn der bisherige SP-Klubobmann Christian Oxonitsch den Stadtratsposten einnehme, folge der nächste Apparatschik in die Regierung nach. Einzig ein kompletter personeller und inhaltlicher Neustart wäre eine Möglichkeit, die Glaubwürdigkeit der einst mächtigen Wiener SPÖ wiederherzustellen. "Laska geht, aber ihr Chaos bleibt und die Rechnung dafür dürfen wieder einmal die Wienerinnen und Wiener zahlen", so Scheibner.

Abschiedsgrüße ausserhalb der Politik

Bedauern über den Abgang von Laska herrscht nicht nur bei langjährigen Parteifreunden und Weggefährten. Das Spektrum der Glückwünsche zum Abschied der 57-jährigen SPÖ-Politikerin reichte am Montag von Life-Ball-Organisator Gery Keszler über den Eishockeyverein Vienna Capitals bis hin zum Wiener Winzer Richard Zahel: "Sie hatte immer ein offenes Ohr für uns, war uns sehr verbunden und hat uns bei vielen Projekten ganz konkret unterstützt", richtete der Weinbauer seinen Dank via Aussendung aus.

Laska habe im Bereich des Wiener Weins großes Engagement gezeigt, ließ Zahel im Namen der Gruppe Wien-Wein wissen. Eine "treue Weggefährtin" wird auch Keszler vermissen. Sie habe durch ihre persönliche Präsenz als erste Politikerin die gesellschaftliche Bedeutung der Veranstaltung untermauert: "Wir würden uns daher sehr freuen, Grete Laska auch in Zukunft als Gast des Life Balls begrüßen zu können."

Sportpolitisches Engagement

Den Vienna Capitals wird Laska vor allem als Sportstadträtin in Erinnerung bleiben. Ihr sei es zu einem wesentlichen Teil zu verdanken, "dass es in Wien wieder Spitzeneishockey gibt", versicherte Vereinspräsident Hans Schmid. "Sie hat unsere Bemühungen immer voll unterstützt und vor allem auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass es in Wien in absehbarer Zeit ein Eissportzentrum geben wird", verwies Schmid auf den angekündigten Ausbau der Albert-Schultz-Halle, wo die Capitals beheimatet sind.

Auch Alexander Antonitsch, Ex-Tennisspieler und mittlerweile Sportpartner der Aktion "Bewegung findet Stadt", zeigte sich "sehr überrascht und betroffen". Neben der eigenen Aktion blieben Veranstaltungen wie "Athletics light", "Tennis 4 kids", "Sport macht klug" und "Schule ohne Stress" auf ewig mit dem Namen Laska verbunden.

Lob kam schließlich auch von der gemeindeeigenen "Stadt Wien Marketing" - für Laskas Engagement, nicht zuletzt die "Stadt Wien Marketing" zu gründen. So habe die Wiener Veranstaltungsszene in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten eine Blütezeit erfahren können. Auch sei es das Verdienst der Stadträtin gewesen, den Rathausplatz für Veranstaltungen zu öffnen. (APA)

Share if you care.