Außenamt erwartet "keine Auswirkungen" auf Beziehungen zu Prag

23. März 2009, 13:51
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"Vertrauensvolles nachbarschaftliches Verhältnis"

Wien/Prag - Das Außenministerium in Wien geht nicht davon aus, dass sich die neuerlichen Spionage-Vorwürfe gegen Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk auf das Verhältnis zu Tschechien auswirken werden. "Wir erwarten keine Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen", sagte der Sprecher von Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP), Alexander Schallenberg, am Montag auf Anfrage der APA. Diese seien "gegenwärtig ausgesprochen gut und von einem vertrauensvollen, nachbarschaftlichen Verhältnis geprägt". Spindelegger hatte seinen bilateralen Antrittsbesuch Anfang Jänner im Nachbarland Tschechien absolviert, das noch bis Juni den EU-Vorsitz innehat.

Seit Jahrzehnten kursieren Gerüchte, dass Zilk dem Geheimdienst der einstigen Tschechoslowakei (CSSR) in den 1960er Jahren Informationen geliefert haben soll. 1998 berichtete die "Süddeutsche Zeitung", Tschechiens damaliger Präsident Vaclav Havel habe eine geplante Ordensverleihung an Zilk wegen dessen mutmaßlicher Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Geheimdienst StB abgesagt. Eine Prager Kommission wusch Zilk allerdings noch im selben Jahr von diesen Vorwürfen rein. Nach einem Bericht der tschechischen Zeitung "Mlada fronta Dnes" in der Vorwoche legte das Nachrichtenmagazin "profil" nun neue Beweise vor, wonach Zilk Geld für Spitzeldienste erhalten habe. (APA)

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