Gesundheit der Mütter keine Rechtfertigung für Abtreibung

23. März 2009, 13:24
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45 afrikanische Staaten erlauben Abtreibung - Papst-Sprecher relativiert: "Abtreibung in Folge einer medizinischen Behandlung der Mutter akzeptabel"

Luanda - Nach seiner Ablehnung von Kondomen zum Schutz vor Aids (dieStandard.at berichtete) hat Papst Benedikt XVI. seine Auffassung bekräftigt, dass Abtreibungen auch bei einer Gesundheitsgefährdung der Mutter nicht zu rechtfertigen seien. Er kritisierte jene 45 afrikanischen Staaten, die unter "bestimmten Voraussetzungen" Abtreibung zugelassen haben. Grund zur Sorge sei aus seiner Sicht "die Politik derjenigen, die im Selbstbetrug, die 'Gesellschaftsordnung' voranzubringen, die eigentlichen Grundfesten bedrohen", sagte der Papst am Freitag in einer Rede im angolanischen Präsidialpalast in Luanda. "Wie bitter ist die Ironie derjenigen, die aus Sorge um die Gesundheit der 'Mütter' für die Abtreibung eintreten", fügte er in Anspielung auf das Maputo-Protokoll hinzu.

Maputo-Protokoll

Das Maputo-Protokoll zu Frauenrechten war 2003 von der Afrikanischen Union (AU) verabschiedet worden und ergänzt die AU-Charta. Im Artikel 14 werden die Regierungen aufgefordert, medizinische Abtreibungen zu erlauben "in Fällen von sexuellen Übergriffen, Vergewaltigung, Inzest oder wenn die Schwangerschaft die seelische oder körperliche Gesundheit der Mutter oder das Leben der Mutter oder des Fötus bedroht". Der Vatikan hat seine Ablehnung der Abtreibung immer wieder bekräftigt, aber es ist das erste Mal seit seiner Wahl zum Papst im Jahr 2005, dass Benedikt XVI. sich so deutlich gegen Abtreibungen aus medizinischen Gründen aussprach.

"Indirekte Abtreibung" von katholischer Kirche erlaubt

Nach heftiger Kritik präzisierte Papst-Sprecher Federico Lombardi die Aussagen des Papstes. "Die katholische Kirche akzeptiert eine Abtreibung, wenn der Tod des Fötus nicht das Ziel ist, aber eine Folge einer medizinischen Behandlung der Mutter", um deren Leben zu retten, sagte Lombardi am Samstag. Diese "indirekte Abtreibung" habe die Kirche immer zugelassen. Was der Papst gesagt habe, sei, dass die Gesundheit der Mutter nicht als Vorwand benutzt werden könne für die Abtreibung als Form der Geburtenregelung, sagte Lombardi.

Laut Kathpress hatte Benedikt XVI. wörtlich gesagt: "Wie bitter ist die Ironie derjenigen, die Abtreibungen zum Mittel der Pflege der Gesundheit der 'Mütter' erheben wollen. Wie befremdlich ist die These, wonach die Unterdrückung des Lebens eine Frage von reproduktiver Gesundheit sei". Damit habe der Papst keine Aussagen über jene Fälle gemacht, in denen Frauen durch die Fortsetzung einer Schwangerschaft in Lebensgefahr geraten würden, betonte Lombardi. (APA)

 

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