Meinl Bank zeigt Airports an

23. März 2009, 18:58
11 Postings

Auch an die Finanzmarktaufsicht ergeht eine Sachverhaltsdarstellung

Der Kampf zwischen Airports International (AI) und der Meinl Bank geht weiter. Die Bank zeigt AI wegen des Verdachts der schweren Nötigung an. Auch an die Finanzmarktaufsicht ergeht eine Sachverhaltsdarstellung.

***

Wien - Im Kapitel Airports International (AI) versus Meinl Bank wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Dieses Mal geht es um den Verdacht der schweren Nötigung.

Die Vorgeschichte: Im Zuge der Übernahme von AI durch das neue Direktorium hat dieses Schadenersatzklagen gegen ehemaliger Manager des Airport-Unternehmens eingebracht - in dreistelliger Millionenhöhe. Grundlage für die Klage waren laut AI-Aussendung vom Montag "Ungereimtheiten beim Kauf des Flughafens Ulan Ude sowie beim Kauf von Aktien und Aktienoptionen am türkischen Flughafenbetreiber TAV". Es gebe "Anhaltspunkte, dass bestimmte Personen ... persönlich verantwortlich sein könnten".

Am 4.Februar wurde einem ehemaligen Airports-Mitarbeiter sodann ein Brief zugestellt, der den Vorwurf enthält, besagter Mitarbeiter hätte durch diverse Pflichtverletzungen einen Schaden, der mit 100 Mio. Euro angegeben wird, mitverursacht.

Angekündigt wurde eine Klage in der Höhe des angegebenen Schadens von AI gegen den Mitarbeiter. In einem zweiten Schreiben an diesen Ex-Mitarbeiter heißt es laut Meinl Bank, dass "das Board der AI beschlossen habe, von möglichen Schadenersatzansprüchen gegen Sie (den Ex-Mitarbeiter, Anm.) abzusehen, wenn Sie gewillt sind, AI bei der Klage gegen die Meinl Bank, die MAM (Meinl Airports Management) und Direktoren der MAM zu unterstützen". In dem Schreiben soll laut Meinl Bank auch gedroht werden, "sollten Sie nicht mit uns kooperieren" werde man klagen.

In diesem Vorgehen sieht die Meinl Bank nun den Verdacht auf schwere Nötigung und will noch in dieser Woche eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen.

Die Reaktion von AI fällt knapp aus: "Die Aufforderung an einen ehemaligen MAM-Mitarbeiter, zum Zweck der Schadensminimierung in der Aufarbeitung der Vergangenheit mit dem neuen Board zu kooperieren und an der restlosen Aufklärung aller Vorgänge mit zu arbeiten, ist keine Nötigung."

Damit ist aber nicht genug: Neben der Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft ergeht in den nächsten Tagen auch ein Schreiben der Meinl Bank an die Finanzmarktaufsicht FMA, in dem die Bank AI versuchte Marktmanipulation und Irreführung der Anleger durch unvollständige und missverständliche Information vorwirft. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.03.2009)

  • Zwischen der Meinl Bank und Airports International ziehen erneut dunkle Wolken auf. Es folgen neue Klagen.
    foto: standard/matthias cremer

    Zwischen der Meinl Bank und Airports International ziehen erneut dunkle Wolken auf. Es folgen neue Klagen.

Share if you care.