Köhler: Frage von Selbstachtung welche Filme man ansieht und welche Spiele man spielt
Bundespräsident Horst Köhler hat als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden zum freiwilligen Verzicht auf gewalttätige Videos und Computerspielen aufgerufen. "Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet", sagte der Bundespräsident am Samstag beim Staatsakt für die Opfer des Verbrechens, bei dem insgesamt 16 Menschen ums Leben gekommen waren.
"Selbstachtung"
"Ich finde jedenfalls: Dieser Art von 'Marktentwicklung' sollte Einhalt geboten werden", mahnte Köhler. Nicht nur der Staat sei gefordert. "Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, welche Filme ich mir anschaue, welche Spiele ich spiele, welches Vorbild ich meinen Freunden, meinen Kindern und Mitmenschen gebe", sagte Köhler.
Schlimmeres verhindert
Amokläufe wie in Erfurt, in Emsdetten sowie nun in Winnenden und Wendlingen führten "auf schmerzliche Weise vor Augen, wie verletzlich und zerbrechlich unser Leben ist". Die Gesellschaft müsse näher zusammenrücken, forderte er. "Wir brauchen den Trost, das Schweigen, das Zuhören und das Einfach-nur-Dasein unserer Mitmenschen." Es sei "wirklich wichtig", dass sich die Menschen umeinander kümmerten. Den Polizeikräften dankte der Bundespräsident für ihr rasches Eingreifen bei dem Amoklauf. Mit hohem persönlichen Risiko hätten die Beamten "noch Schlimmeres verhindert"(Reuters)