Neurologen: Großer medizinischer Einsatz rentiert sich

23. März 2009, 12:20
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Experten: Versorgung von neurologisch Schwerkranken darf nie durch ökonomische Diskussionen gefährden

Wien - Das häufige Betonen der Kosten der modernen Medizin durch die Gesundheitsökonomen und Finanzexperten ist laut den österreichischen Neurologen nur sehr beschränkt gerechtfertigt. "Wir haben in Österreich ungefähr 20.000 Schlaganfälle im Jahr. Sie kosten uns volkswirtschaftlich rund eine Milliarde Euro. Das ist das, was die großen amerikanischen Banken täglich verschlingen", meinte am Montag zu den Finanzdebatten Jörg Weber, Spezialist für Neuro-Intensivmedizin am LKH Klagenfurt, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Erfolgreiche Medizin nicht mit Geld aufzuwiegen

Anlass ist der vom 25. bis 28. März in Villach ablaufende Jahreskongress der österreichischen Fachgesellschaften für Neurologie und für Neurorehabilitation. Weber: "Erfolgreiche Medizin ist nicht mehr immer nur teuer. An spezialisierten Stroke Units haben Patienten mit Schlaganfällen eine eindeutig bessere Chance zu überleben. Die Schlaganfallpatienten mit Gehirnblutungen profitieren davon am meisten." Auch Invalidität lässt sich durch eine sofortige intensive Behandlung verhindern bzw. von Anfang an mindern.

Ein anderes erfolgreiches Beispiel in der Neuro-Intensivmedizin ist die moderne Behandlung von zumeist jungen Patienten mit bakterieller Meningitis. Der Experte: "Vor rund 100 Jahren ist daran Jeder gestorben. Mit den Antibiotika konnte man die Mortalität auf 30 Prozent reduzieren. Es ist gelungen, eine begleitende Therapie mit Dexamethason (Cortison, Anm.) zu entwickeln, was die Mortalität um die Hälfte und die (zurückbleibenden, Anm.) Defekte ebenfalls um die Hälfte reduziert hat."  Die optimale Versorgung von neurologisch Schwerkranken darf laut den Experten jedenfalls nie durch ökonomische Diskussionen gefährdet werden. (APA/red)

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