Grüne fordern Sozialarbeiter für Wiener Schulen

23. März 2009, 11:37
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Hilflosigkeit bei schwierigen Schülern sei offensichtlich - Jerusalem: Führt im Extremfall zu blutigen Gewalttaten

Wien - Als "längst überfällig" haben die Wiener Grünen am Montag die Einführung von Sozialarbeit an allen Schulen der Bundeshauptstadt gefordert. Sowohl verhaltensauffällige Kinder als auch überforderte Eltern und Lehrer würden immer mehr zunehmen: "Im Extremfall kommt es zu blutigen Gewalttaten", warnte die Grüne Schulsprecherin Susanne Jerusalem in einer Pressekonferenz.

Die Hilflosigkeit der Schulen gegenüber auffälligen und schwierigen Schülern sei offensichtlich, hieß es. Die Ausbildung der Lehrer orientiere sich in erster Linie an Wissensvermittlung, Fachdidaktik und Methodik, tatsächlich aber vergehe ein Großteil der Unterrichtszeit mit "Disziplinierung, Ruhe schaffen und Kinder in Schach halten", konstatierte Jerusalem.

Zur Verschwiegenheit verpflichtete Sozialarbeiter würden die Kinder begleiten sowie in schwierigen Situationen beraten und unterstützen, verwies die Grünpolitikerin auf internationale Beispiele wie Spanien, Deutschland oder Skandinavien. Das "schlagende Argument" der Stadt, wonach derartige Maßnahmen zu teuer kämen, stimme nicht - denn: "Schulsozialarbeit reduziert hohe Folgekosten im Bereich Gewalt, Vandalismus, Sucht, Kriminalität und psychische Erkrankungen", versicherte Jerusalem.

Konkret wollen die Grünen die Schulsozialarbeit im Wiener Schulgesetz verankert sehen, wobei pro Standort jeweils ein Berater und eine Beraterin eingesetzt werden sollen. Obwohl bisher alle diesbezüglichen Anträge im Gemeinderat abgelehnt worden seien, gebe es in einigen Bezirken bereits Unterstützung seitens der SPÖ. (APA)

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