Britische Mediengruppe Mecom braucht wohl Kapitalerhöhung

23. März 2009, 11:09
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Das Unternehmen verhandelt mit den Banken über eine Refinanzierung seiner Schulden

Die angeschlagene britische Mediengruppe Mecom erwägt zur Stärkung seiner Kapitaldecke Geld bei den Anlegern einzusammeln. Ein solcher Schritt könne bei den laufenden Gesprächen mit Geldgebern hilfreich sein, erklärte die Holding des britischen Finanzinvestors David Montgomery. Das Unternehmen verhandelt mit den Banken über eine Refinanzierung seiner Schulden.

Zuletzt hatte Mecom davor gewarnt, dass es Ende März womöglich gegen Kreditvereinbarungen verstoßen muss, falls es zu keiner Einigung käme. Die Gespräche liefen zufriedenstellend, hieß es am Montag.

Mecom hatte zuletzt sein deutsches Zeitungsgeschäft mit dem Aushängeschild "Berliner Zeitung" an den Kölner Traditionsverlag M. DuMont Schauberg veräußert. Das deutsche Bundeskartellamt hat den Verkauf des Berliner Verlags genehmigt.

Mecom wollte am Montag noch seine Aktionäre darüber abstimmen lassen. Dabei geht es auch um den Verkauf von norwegischen Zeitungen. Montgomery zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Aktionäre zustimmen würden. Mecom ist in Europa an etwa 300 Titeln beteiligt und war durch die Finanzkrise ins Wanken geraten.

300 Zeitungstitel

Dem Unternehmen mit Sitz in London gehören mehr als 300 Zeitungstitel in Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und Polen. In Deutschland kaufte sich Montgomery 2005 ein und übernahm anschließend die Kontrolle beim Berliner Verlag sowie bei der "Hamburger Morgenpost". Die Auflagenhöhe aller Mecom-Zeitungen betrug vor dem Verkauf der deutschen Titel rund 30 Mio. Exemplare pro Woche.

Wegen der Finanzkrise geriet aber auch Mecom in schwieriges Fahrwasser. Die Schulden beliefen sich zum dritten Quartal 2008 (Ende September) auf fast 600 Mio. Pfund (639 Mio. Euro).

Montgomery selbst gilt als sehr umstrittener Finanzinvestor. Der oft auch als "Heuschrecke" bezeichnete Brite hatte mit Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen versucht, die Renditen seiner Zeitungen in die Höhe zu treiben. (APA/Reuters/dpa)

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