Déjà-vu: Neues Facebook-Design erzürnt User

23. März 2009, 10:40
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Das neue Layout sei viel zu unübersichtlich, ärgern sich viele Nutzer - bei Facebook will man die Kritiker aber offenbar nicht erhören

Die jüngste Änderung der Facebook-Startseite hat wie schon im Vorjahr die Kritik zahlreicher User heraufbeschworen. Das Social Network will sich mit der prominenter positionierten Statuszeile offenbar stärker am Microblogging-Dienst Twitter orientieren. Und so heißt es auf Facebook nun: "What's on your mind?" wo Twitter fragt: "What are you doing?" Die Echtzeit-Gedanken können zudem nun gefilter werden.

Mehrheit bei Abstimmung dagegen

Mit der Applikation "Vote on the new Facebook" wurde eine Umfrage gestartet, deren Ergebnis für das Redesign vernichtend ausfällt. Bis Montagvormittag waren 1,18 Millionen Stimmen gegen und nur rund 76.000 Stimmen für das neue Layout eingegangen. Angesichts der etwa 175 Millionen User insgesamt, mag das kaum relevant sein. Doch in Blogs und Online-Medien findet es gehörig Niederschlag. Schon im Herbst 2008 hatten sich Nutzer über das damals neue Layout mokiert.

Zuckerberg: Nicht auf User hören

Viele Nutzer bemängeln, dass das neue Layout zu unübersichtlich ist und zu viele Informationen auf einmal darstellt. Selbst Mitarbeiter des Social Networks sollen mit dem Redesign unzufrieden sein, wie im Blog Valleywag berichtet wird. CEO Mark Zuckerberg soll demnach in einem E-Mail an seinen Mitarbeiter mitgeteilt haben, dass sich ein Unternehmen wie Facebook nicht an der Meinung der Nutzer orientieren muss.

Langsamer an Redesign heranführen

Auch wird kritisiert, dass man die Nutzer zu schnell mit neuen Layout-Elementen konfrontiert hat, mit denen sie sich nicht auskennen - wie den neuen Filtermöglichkeiten. Facebook sollte überlegen, welche einzelnen Änderungen man eventuell wieder zurücknehmen sollte, wird bei VentureBeat vorgeschlagen. Grundsätzlich könne ein Unternehmen aber nicht nur auf seine Kunden hören, denn sonst gebe es keine Innovation.

Positive Worte

Unter den Usern finden sich aber auch positive Meldungen. Ein Leser von Cnet meint etwa, dass es angenehmer sei, herausfiltern zu können, was man lesen will, anstatt alles in einem Mischmasch präsentiert zu bekommen. Auch in anderen Foren finden sich zwischen vielen Schimpftiraden wohlwollende Worte für die Möglichkeit, Statusnachrichten von "Freunden", an denen man weniger interessiert ist, auszusortieren, ohne sie gleich von der Freundesliste streichen zu müssen. (br)

  • Abstimmung über das neue Facebook-Layout liefert vernichtendes Urteil
    screenshot: red

    Abstimmung über das neue Facebook-Layout liefert vernichtendes Urteil

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