MTU Aero Engines fliegt Rekordergebnis ein

23. März 2009, 10:23
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Der deutsche Triebwerkshersteller kommt bisher gut durch die Krise erwartet aber für 2009 einen Dämpfer

München - Der deutsche Triebwerkshersteller MTU Aero Engines kommt bisher gut durch die Krise. Das Unternehmen hat im Jahr 2008 sogar das beste Ergebnis seiner 75-jährigen Unternehmensgeschichte eingeflogen. Dank der guten Nachfrage der Fluggesellschaften nach neuen Triebwerken und Serviceleistungen für Maschinen im Dienst sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 2,724 Mrd. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. Der Überschuss kletterte sogar um 17 Prozent auf knapp 180 Mio. Euro.

Auch die Mitarbeiterzahl stieg an. Ende 2008 beschäftigte MTU weltweit mehr als 7.500 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es noch gut 7.100 gewesen. Eingestellt wurde vor allem an einem neuen Standort in Polen, an dem Triebwerke gewartet werden, sowie in der Forschungsabteilung am Firmensitz in München.

Wachsende Zurückhaltung

Im Laufe dieses Jahres dürften die Rezession und die wachsende Zurückhaltung der Fluggesellschaften allerdings auch bei MTU ankommen. Auch Verzögerungen beim Militärtransporter A400 M könnten für Belastungen sorgen. Das Unternehmen selbst rechnet aber nur mit einem Dämpfer. So soll der Umsatz mit rund 2,8 Milliarden Euro etwa stabil bleiben, der Überschuss auf 140 Millionen Euro sinken.

Bei der Dividende will sich das Unternehmen daher bereits jetzt zurückhalten und für 2008 wie im Vorjahr 93 Cent je Aktie ausschütten.

Der Auftragsbestand ist 2008 um 21 Prozent auf gut 4 Mrd. Euro gewachsen. Dies sichere eine stabile Geschäftsentwicklung, erklärte das Unternehmen. Bei der Hauptversammlung will sich der Vorstand auf der Hauptversammlung den Rückkauf von bis zu 10 Prozent der MTU-Aktien genehmigen lassen.

Mehr Umsatz im Wartungsgeschäft

Vorstandschef Egon Behle zeigte sich am Montag "optimistisch, dass sich die MTU auch in einem zunehmend schwierigen Umfeld gut behaupten wird." Die MTU-Führung rechnet für die kommenden Monate mit einer schwierigen Entwicklung für die Luftfahrt. Weil die Fluglinien und Leasinggesellschaften Probleme mit der Finanzierung der Flieger hätten, dürften "etliche Bestellungen" mit Liefertermin 2009 und 2010 in die Zukunft verschoben werden, heißt es im Geschäftsbericht. Auch dürften mehr Aufträge storniert werden.

Vor allem im Wartungsgeschäft konnte MTU den Umsatz 2008 steigern. Die Umsatzrendite ging hier allerdings wie erwartet zurück und liegt nur gut ein Drittel so hoch wie beim Verkauf neuer Antriebstechniken. Auch beim Triebwerksverkauf an Fluggesellschaften stiegen die Erlöse. Im Rüstungsgeschäft, wo MTU unter anderem an den Triebwerken für den Eurofighter und den Tornado beteiligt ist, blieb der Umsatz fast stabil.

Für 2009 rechnet MTU wegen der Luftfahrtkrise mit einem Rückgang bei Triebwerken für Geschäftsflugzeuge. Auch bei den Antrieben für Verkehrsflugzeuge erwartet der Vorstand kein Wachstum, und das gesamte Ersatzteilgeschäft dürfte seiner Einschätzung nach leicht zurückgehen. (APA/dpa/AP)

 

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