SocGen-Manager verzichten nach Kritik

22. März 2009, 19:57
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Vier Spitzenmanager der staatlich gestützten französischen Großbank Société Générale wollen ihre Optionen nach einem heftigen Aufschrei aufgeben

Paris - "Um die derzeitige Kontroverse zu beenden, haben wir uns entschlossen, diese Aktienoptionen aufzugeben", schrieben die Manager in einem Brief an die Mitarbeiter.

Am Mittwoch hatte SocGen erklärt, Bank-Chef Frederic Oudea leistungsabhängig Optionen über 150.000 Aktien und Verwaltungsratschef Daniel Bouton über 70.000 Anteilsscheine zukommen zu lassen. Zwei weitere Top-Manager erhielten Optionen über je 50.000 Aktien. Nach Angaben der Bank erklärten die Manager bereits, die Optionen nicht auszuüben, solange das Institut Hilfen bekomme. Damit wollten sie mehr Ruhe in die Debatte über die langfristige Bezahlung bringen.

Scharfe Kritik

Die Strategie ging jedoch nicht auf. Am Freitag kritisierte zunächst Präsident Nicolas Sarkozy die Zuteilung scharf. Wenn es Staatshilfe gebe, seien Boni, Aktienoptionen und Sonderzulagen inakzeptabel und kämen einem Skandal gleich. Am Sonntag forderte dann Finanzministerin Christine Lagarde die Manager zum Verzicht auf. Die Konzernführung verstehe hoffentlich, dass das Interesse der Allgemeinheit vorgehe, sagte sie.

Die Regierung hatte SocGen 2008 mit 1,7 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen, um die Folgen der Finanzkrise abzufedern. Ein ähnlicher Betrag ist in diesem Jahr vorgesehen.

In den USA hatten Gehaltszulagen für Manager des staatlich geretteten Versicherungsriesen AIG eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Am Wochenende wurde bekannt, dass die umstrittenen Zahlungen offenbar höher sind als bisher bekannt. Nach Dokumenten der Staatsanwaltschaft zahlte AIG 218 statt wie bisher angenommen 165 Millionen Dollar an Prämien. AIG erhielt knapp 180 Milliarden Dollar (132,9 Mrd. Euro) aus Washington. Die Société Générale gehörte ihrerseits zu den Nutznießern dieser AIG-Rettung. Der Versicherer kam mit dem Staatsgeld seinen Verpflichtungen gegenüber dem Institut über knapp zwölf Milliarden Dollar nach.(APA)

 

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