Der UBS-Crash: Milliarden verzockt

22. März 2009, 19:33
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Der UBS-Crash. Wie eine Großbank Milliarden verspielte. Das aktuelle Wirtschaftsbuch von Lukas Hässig

Man würde nicht glauben, dass so ein riesiger Tanker wie die Schweizer Großbank UBS so blind in ein Desaster fahren kann. Minutiös zeichnet der Autor nach, wie es dazu kommen konnte, dass sich die Bank tief in das Geschäft mit verbrieften US-Hypothekenpapieren verstrickte und diese, wie man heute weiß, toxischen Papiere auch dann nicht abzustoßen begann, als dies Konkurrenzbanken wie etwa die Deutsche Bank bereits taten. Mit 50 Milliarden Dollar war die UBS im Herbst 2007 noch involviert; eine gigantische Summe die binnen weniger Monate fast das gesamte Eigenkapital der Bank aufsog.

Gier und Ignoranz waren es, weshalb die Bank alles ausblendete, was es an Warnsignalen gab. Weshalb sie ein Klumpenrisiko sondergleichen einging und ein wenig effizientes Controlling/Risikomanagement einführte, das den UBS-Leuten an der Wall Street mehr zuarbeitete als sie kontrollierte.

"Schlendrian auf höchster Stufe" meint der Autor. Quasi kopfschüttelnd beschreibt er die "Eisbergroute" der Bank. Und wie sie mit voller Kraft auf den Eisberg zusteuerte. Die Frage, was hat das Management wann gewusst, kann er nicht vollständig beantworten, wohl aber weist er auf die zeitliche Koinzidenz hin, dass das damalige Management UBS-Aktien genau dann abstieß, als das Unheil bereits dräute, es aber gerade noch ging. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.3.2009)

 

Lukas Hässig: Der UBS-Crash. Wie eine Großbank Milliarden verspielte. Hoffmann und Campe, 2009, Euro 20,60

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