AIG schüttete Boni wie Konfetti aus

22. März 2009, 19:13
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Der US-Versicherungsriese AIG hat seine Manager mit höheren Bonuszahlungen bedient, als bisher bekannt war

New Haven - Die Affäre um die Bonuszahlungen an Manager des maroden US-Versicherungskonzerns AIG weitet sich aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Staat Connecticut sind an Führungskräfte von AIG Boni in Höhe von 218 Millionen Dollar (161 Mio. Euro) geflossen. Das sind 53 Millionen Dollar mehr als bisher bekannt.

Dies geht aus Unterlagen hervor, die das Büro von Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal unter Strafandrohung angefordert hat.

Bisher war von 165 Millionen die Rede gewesen. Bereits diese Summe hatte in der Öffentlichkeit helle Empörung hervorgerufen. AIG hat bisher mehr als 182,5 Milliarden Dollar an staatlicher Hilfe erhalten.

Die Bonuszahlungen seien wie Konfetti an Angestellte von AIG ausgeschüttet worden, sagte Blumenthal. Aus den Dokumenten gehe hervor, dass 73 Personen jeweils mindestens eine Million Dollar erhalten hätten. Fünf von ihnen hätten Boni von mehr als vier Millionen Dollar bekommen. Blumenthal meinte, die neuen Zahlen würden "die Abscheu und den gerechtfertigten Zorn, den die Menschen empfinden", weiter anheizen.

Aufklärung verlangt

Er verlange Aufklärung von AIG, weshalb deutlich mehr Boni gezahlt worden seien als bisher vom Unternehmen angegeben. Der AIG-Sprecher Mark Herr wollte zu den Angaben am Wochenende nicht Stellung nehmen. Vor den AIG-Büros in Wilton war für Samstag eine Protestkundgebung gegen die Bonuszahlungen geplant. Nach Angaben der Organisatoren wollten Demonstranten mit Bussen auch an den Häusern einiger AIG-Manager in Connecticut vorbeifahren.

Der US-Kongress will Bonuszahlungen für Manager maroder und vom Staat unterstützter Unternehmen einen Riegel vorschieben. Das Repräsentantenhaus stimmte wie berichtet für ein Gesetz, wonach 90 Prozent dieser Sonderzahlungen als Steuer an den Staat fallen sollen. Die Regelung soll rückwirkend zum Jahresanfang gelten.

Im Senat, der zweiten Kammer des Parlaments, steht ein ähnlicher Gesetzentwurf wie im Repräsentantenhaus zur Abstimmung an. Präsident Barack Obama hat angekündigt, die Initiative gegen die Bonuszahlungen zu unterstützen.

"Dies wird ein deutliches Signal für Manager sein, dass solche Zahlungen nicht geduldet werden", erklärte Obama. Seinem auch wegen der AIG in die Kritik geratenen Finanzminister Timothy Geithner stärkte er den Rücken. Sollte dieser seinen Rücktritt anbieten, würde er ihm antworten "Tut mir leid, Kumpel, du behältst den Job." (Reuters, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.3.2009)

 

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