Malediven peilen schnelle CO2-Neutralität an

23. März 2009, 12:05
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Nur ein Jahrzehnt soll es nach dem Willen des neuen Präsidenten dauern, das gesteckte Ziel zu erreichen

London/Berlin - Die Malediven würden zu den Hauptbetroffenen gehören, wenn es zu einem erwärmungsbedingten Anstieg des Meeresspiegels kommt, und wollen daher mit gutem Beispiel vorangehen: Innerhalb einer einzigen Dekade will der neue Präsident der Malediven, Mohammed Nasheed, sein 1.200 Inseln umfassendes Staatsgebiet CO2-neutral machen. Die nur 298 Quadratkilometer große Republik gehört zu den am stärksten gefährdeten Ländern, da es an vielen Stellen nur wenige Meter aus dem Meer ragt. Ein Anstieg des Meeresspiegels hätte fatale Folgen für die dort lebende Bevölkerung. Nasheed will für viele andere Nationen ein Vorbild in Sachen Klimaschutz sein, berichtet BBC-online.

Keine einzige Malediven-Insel ragt mehr als 1,8 Meter aus dem Meer empor. Gerade dieser Umstand macht das Land vor dem indischen Subkontinent so verletzlich. Mit einer Einwohnerzahl von rund 280.000 sind die Inseln, von denen ein Großteil unverbaut ist, in den bewohnten Gebieten relativ dicht besiedelt. Die Kosten der Energieversorgungsumstellung werden auf rund 110 Millionen Dollar jährlich geschätzt. "Wir verstehen mehr als andere, welche gravierenden Folgen uns drohen, wenn wir nicht schleunigst etwas gegen die globale Erwärmung unternehmen", so der Präsident. Man wolle nicht nur herumsitzen und den Rest der Welt dafür verantwortlich machen, sondern aktiv dagegen steuern. "Hoffentlich werden wir es schaffen CO2-neutral zu werden und können dann ein Vorbild für andere Länder werden."

"Wir glauben, dass wir das schaffen können und denken, dass jeder in das Projekt eingebunden werden soll. Wir gehen davon aus, dass dies kein leichtes Unterfangen sein wird", erklärt der Präsident im Telefoninterview mit BBC. Erschwerend komme noch hinzu, dass ein Großteil der Einwohner der Inseln sehr arm ist. "Wir haben für die Implementierung veralteter Energiequellen sehr viel Geld ausgegeben. Das soll nun ein Ende haben." (pte/red)

 

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    Mohammed Nasheed

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