Für ORF-Programm "genieren"

22. März 2009, 18:13
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Mitarbeiterumfrage zu Zufriedenheit und Betriebsklima

Ergebnisse einer von Ifes durchgeführten ORF-Mitarbeiterbefragung zu "Arbeitsklima, Arbeitszufriedenheit und Belastungen am Arbeitsplatz" präsentiert der ORF-Zentralbetriebsrat Montag.

"Fleisch"-Umfrage 

Von hohem Rücklauf auf die Fragebögen berichtet Betriebsratschef Gerhard Moser. Die Umfrage kommt für die ORF-Führung zum ungünstigsten Zeitpunkt. Schlechte Stimmung macht die Umsetzung des Sparpakets nicht einfacher. "Am Tiefpunkt" fasst ein Mitarbeiter das Arbeitsklima zusammen. Ein ähnliches Bild ergab eine anonyme Umfrage im Kulturmagazin Fleisch unter ORF-Mitarbeitern. Wenn auch 50 beantwortete Fragebögen kaum repräsentativ die Stimmung am Küniglberg beschreiben, so lassen sich darin Tendenzen ablesen:

  • Das Vertrauen ins Unternehmen ist eher mäßig. 47,6 Prozent trauen ihrem Vorgesetzten nicht zu, außerhalb des ORF eine vergleichbare Karriere zu machen. Der ORF ist "altmodisch", sagen 43 Prozent, "schwerfällig" gleich 86 Prozent. Innovativ finden ihn nur 17 Prozent, effizient gar nur 14.
  • Mehrere ORF-Programme, für die sie sich genieren, fallen 55,9 Prozent der Befragten ein. "Wenige", nennen immer noch 26 Prozent.
  • Nachfolger für Alexander Wrabetz drängen sich nicht um den Job: Zwei Prozent wären gerne Generaldirektor, zwölf wollen "später", 86 Prozent gar nicht.
  • Mitmachen beim Sparen fällt leichter, wenn sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren. Laut Umfrage dürfte die Bereitschaft dazu eher gering sein. "Auf wie viel Prozent Ihres Gehalts würden Sie verzichten, wenn Sie damit den ORF retten könnten?", frage Fleisch. Sechzig Prozent antworteten mit "null". Fünf Prozent unter 50 Befragten gaben an, keine ORF-Gebühren zu zahlen.

Sparpotenzial vermuten die Befragten trotzdem: Auf die Frage, wie viele Mitarbeiter der ORF beschäftige, ohne dass sie der ORF brauche, zählen 84 Prozent mehr als 50. (prie; DER STANDARD; Printausgabe, 23.3.2009)

 

 

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