Abstand zwischen Koalitionspartnern schrumpft

22. März 2009, 17:54
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31 Prozent für SPÖ, 29 für ÖVP, 22 für FPÖ, 9 für Grüne, 7 für BZÖ

Linz - Nachdem die SPÖ bei den beiden Landtagswahlen Anfang März weit unter ihren Erwartungen geblieben war, zeigt sie sich auch in der aktuellen market-Umfrage (n=797 Befragte) bei der bundesweit gestellten Sonntagsfrage deutlich schwächer als in den Vormonaten. Von Weihnachten bis Mitte Februar hatte das Linzer market-Institut die Sozialdemokraten stets mit 34 Prozent in der hochgerechneten Sonntagsfrage bewertet. Mit 31 Prozent ist Werner Faymanns Bundespartei allerdings immer noch stärker als bei der Nationalratswahl im September. Damals hatte sie 29,3 Prozent erreicht.

Würde jetzt gewählt, käme die ÖVP auf zwei Prozentpunkte an die SPÖ heran. market-Studienleiter David Pfarrhofer: "Die ÖVP hat seit der Regierungsbildung wieder an Sympathien und Wählerzuspruch zugelegt und liegt seit einigen Wochen mit 29 Prozent etwa auf dem Niveau, das die SPÖ bei der Wahl erreicht hat."

Blaue Deklarationsängste

Den Abstand von etwa zwei Prozentpunkten zwischen den Koalitionsparteien hatte auch OGM in der Vorwoche (allerdings auf dem höheren Niveau 33:31) errechnet. Die OGM-Umfragen für das profil sehen die FPÖ niedriger, als es den market-Berechnungen entspricht: Laut market kämen die Freiheitlichen derzeit auf 22 Prozent.
Die Einschätzung der Freiheitlichen gilt seit zwei Jahrzehnten als Problem der österreichischen Meinungsforschung: Etliche FPÖ-Wähler deklarieren sich nicht gerne, weil die Partei ein negatives Image hat. Umgekehrt war es lange Zeit auch schwierig, die Grünen einzuschätzen: Hier gab es regelmäßig ein "Overreporting" in den Rohdaten - viele Befragte gaben die "sozial erwünschte" Antwort, die Umweltpartei wählen zu wollen, obwohl dann am Wahlsonntag doch anders entschieden wurde.

Die Grünen kämen in der aktuellen market-Umfrage hochgerechnet auf immerhin neun Prozent (bei der Wahl 2008 waren es noch 10,4 Prozent). Das BZÖ hätte mit sieben Prozent (10,7) ebenfalls ein Minus zu verbuchen, während Splitterparteien auf zwei Prozent (6,0) kämen. (Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 23. März 2009)

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