Bergrettungsmitglied starb bei Lawinenabgang

22. März 2009, 19:10
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War mit Tourenskiern mit zweitem Wintersportler unterwegs - stürzte mehrere hundert Meter ab

Innsbruck - Das bei dem Lawinenabgang am Sonntag tödlich verunglückte Opfer war ein Mitglied der Tiroler Bergrettung. "Wir behandeln diesen Fall äußerst diskret", hieß es vonseiten der Polizei Seefeld auf Nachfrage der APA über weitere Details zum Unglückshergang. Der Mann war mit einem anderen Wintersportler mit den Tourenskiern unterwegs gewesen. "Er war mehrere hundert Meter abgestürzt und erlitt ein Polytrauma (zahlreiche schwere Verletzungen, Anm.)", teilte der Pilot des ÖAMTC-Hubschraubers "C1", Andreas Wimmer, mit.

Das Unglück hatte sich gegen 14.00 Uhr im Bereich der Reither Jochalm bei Reith in Seefeld (Bezirk Innsbruck-Land) zugetragen. Ob der Tiroler das Schneebrett ausgelöst hatte oder von einer selbstausgelösten Lawine mitgerissen wurde, war vorerst unklar.

"Wir haben nach der Alarmierung im Lawinenkegel unterhalb der Reither Spitze einen Anorak gesichtet", schilderte der Hubschrauberpilot. Der Notarzt sowie die Alpinpolizei wurden im Anschluss an der Unfallstelle abgesetzt, der Arzt konnte allerdings nur mehr den Tod des Bergrettungsmitgliedes feststellen. Der zweite Tourengeher dürfte unterhalb der Lawine abgefahren sein, wonach er die Polizei alarmierte.

Die Lawinengefahr war für Sonntag von Experten des Landes als "mäßig", entsprechend der Stufe 2 auf der fünfteiligen Gefahrenskala, beurteilt worden. Als "günstig" waren die Bedingungen in den Tiroler Tourengebieten eingestuft worden. Gefahrenstellen bildeten steile, von West über Nord bis Ost gelegene Hänge oberhalb von etwa 2.200 Meter.

Eine Hauptgefahr bildeten zudem frische, eher kleinflächige Triebschneeansammlungen. Übergänge von wenig zu viel Schnee sollten vorsichtig beurteilt werden. Ab dem späten Vormittag war von einem "leichten Anstieg der Lawinengefahr" auf sonnseitigen Hängen unterhalb 2.400 Metern die Rede. Lockerschnee- und Nassschneelawinen könnten vermehrt selbstausgelöst werden. (APA)

 

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