"Die SpielerInnen von heute sind die ManagerInnen von morgen"

22. März 2009, 16:49
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Einen Blick in die Zukunft der IT-Branche wagte Moshe Rappaport, Executive Technology Briefer vom IBM Research Center Zürich, auf der MEET iT 09

Einen äußerst interessanten und amüsanten Ausblick auf die Entwicklungen in der IT-Branche gab der renommierte Executive Technology Briefer vom IBM Research Center Zürich, Moshe Rappaport, auf der diesjährigen MEET iT 09-Konferenz der Raiffeisen Informatik in Wien. Der Experte gab seine Prognosen für die Zukunft ab und sprach über die Bedeutung von Computerspielen für die technologische Entwicklung und das Manager-Leben der Zukunft.

Die Omnipräsenz der iT

Spannende Einblicke in Themen aus der Welt der Informationstechnologie und Wirtschaft bot die 2009 zum dritten Mal stattfindende MEET iT. Die Gäste der Raiffeisen Informatik erhielten auf der MEET iT 09 unter dem Themenschwerpunkt "Omnipräsenz der IT" einen umfassenden Ein- und Ausblick, in welchen Bereichen des Lebens Informationstechnologie bereits überall zum Einsatz und Tragen kommt.

Keynote-Speaker mit Witz und Wissen

Keynote-Speaker Moshe Rappoport, renommierter Executive Technology Briefer aus Zürich, betrachtete das Leitthema durchaus auch kritisch und erläuterte spannend seine Thesen: Große Veränderung erwartet er durch die in Managementetagen drängenden, mit Videospielen aufgewachsene "Digital Natives". Diese Generation hat gelernt, sehr schnell zu reagieren, Information zu verarbeiten, Risiko einzugehen und wenn sie im Spiel verlieren, einfach neu zu beginnen. Diese Fähigkeiten werden auch auf das Business übertragen: Wenn ein Geschäftsmodell nach zwei Jahren nicht mehr funktioniert, machen sie einfach ein neues - wie zahlreiche 25-jährige, die schon etliche Web 2.0-Gründungen hinter sich haben.

Warum werden Chips immer schneller?

Rappaport stellte der versammelten Audienz bei seiner Keynote auch die Frage, warum die Prozessoren immer schneller werden würden - seine Antwort: aufgrund der Spielkonsolen, die immer schnellere Berechnungen und immer aufwendigere Grafik verlangen. Das große Problem sei derzeit aber die Kühlung der Prozessoren. Hier gelte es in Zukunft bessere Möglichkeiten zu finden, denn heute würde man schon mehr Energie für die Kühlung aufwenden, als man an reiner Rechenleistung dafür herausbekommt.

SpielerInnen werden ManagerInnen

Risikos eingehen können und auch Fehler einzugestehen, sieht Rappaport als jene positiven Eigenschaften, die man als SpielerIn für das spätere Leben lernen können. Allerdings birgt dies auch große Probleme: Nicht immer können man immer wieder schadlos von Neuem beginnen und so manches Risiko hätte man besser nicht eingehen sollen. Im Falle des IBM Research Center würde man daher auch immer versuchen, die etablierten, erfahrenen WissenschaftlerInnen in Teams mit "jungen Wilden" zu stecken, die nicht nur frisches Blut, sondern auch ebensolche Idee einbringen.

Alles wird schneller

Während man sich gegenwärtig als IT-ManagerInnen immer noch sehr mit finanziellen Fragen der Geschäftsführung auseinandersetzen muss - Wie viel kostet uns diese Lösung?. Wird man sich in Zukunft mit dieser Art der Fragen nicht mehr auseinadnersetzen müssen. Viel mehr werde die Erwartung der ManagerInnen, die durch Spiele trainiert wurden, an die IT stark anwachsen. Sie erwarten von ihren IT-Leitern dieselbe Geschwindigkeit. Modelle wie Cloud Computing könnten helfen, dass die IT für neue Geschäftsmodelle omnipräsent bereitsteht. Firmen, die das verstehen und schnell auf Veränderungen reagieren können, würden auch in 30 Jahren noch bestehen.

40 Jahre Raiffeisen Informatik


Im Rahmen der Veranstaltung durfte sich die Raiffeisen Informatik auch selbst feiern, immerhin jährt sich 2009 die Gründung zum 40. Mal. "Wir setzen uns intensiv mit dem Thema des wirtschaftlichen Nutzens von Informationstechnologie auseinander. Für uns ist die IT nicht Selbstzweck, sondern IT muss einen eindeutigen Mehrwert für den Kunden bringen", sagte Mag. Wilfried Pruschak, Geschäftsführer der Raiffeisen Informatik. "Dies ist gerade in der derzeitigen Wirtschaftslage wichtig, denn IT lässt sich so einsetzen, dass sie Kosten optimiert und gleichzeitig Mehrwert generiert. Somit kann Informationstechnologie die Weichen für Wege aus der Krise stellen", ergänzte Mag. Hartmut Müller, Geschäftsführer der Raiffeisen Informatik.(Gregor Kucera, derStandard.at, 22.3.2009)

  • Die Zukunft der IT aus Sicht eines äußerst erfahrenen Experten - Moshe Rappoport, renommierter IBM Executive Technology Briefer aus Zürich sprach bei der MEET iT 09, ausgerichtet von der Raiffeisen Informatik, den Zukunftsthemen der IT-Branche.
    foto: fotodienst/anna rauchenberger

    Die Zukunft der IT aus Sicht eines äußerst erfahrenen Experten - Moshe Rappoport, renommierter IBM Executive Technology Briefer aus Zürich sprach bei der MEET iT 09, ausgerichtet von der Raiffeisen Informatik, den Zukunftsthemen der IT-Branche.

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