Harri fuhr den Turbo aus

22. März 2009, 16:10
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Finne Olli gewann finalen Flugbewerb in Planica, auch dieser war von Windspielen beeinträchtigt - Schlierenzauer beendet Saison als Fünfter

Planica - Gregor Schlierenzauer hat beim Saisonabschluss im Skifliegen vonn Planica Rang fünf belegt. Den Sieg holte sich der Finne Harri Olli mit Flügen auf 211 und 219,5 Meter vor dem Polen Adam Malysz (210, 209,5) und den Ex-Aequo-Dritten Simon Ammann (SUI/210, 208) und Robert Kranjec (SLO/205,5, 212,5).

Schlierenzauer, der auf 210 und 200,5 m flog, gewann in diesem Winter sowohl den Skisprung- als auch den Skiflug-Weltcup und stellte dabei Rekorde an Saisonsiegen (13, bisher Janne Ahonen mit 12), Weltcup-Punkten (2.083) und Podestplätzen (20) auf.

Harri Olli (211,0/219,5) feierte vor fast 20.000 Fans seinen dritten Saisonsieg, Malysz, betreut vom Ex-ÖSV-Coach Hannu Lepistö, wurde zum dritten Mal an diesem Wochenende Zweiter. Schlierenzauer schloss den Weltcup mit 307 Punkten Vorsprung auf Ammann ab.

Obwohl es in den letzten zwei Bewerben am Wochenende in Planica nicht mehr mit einem Sieg geklappt hatte, fiel die Saisonbilanz der ÖSV-Springer geradezu grandios aus. Das Team von Cheftrainer Alexander Pointner holte einen WM-Doppelsieg von der Normalschanze, den Sieg im Gesamt- und im Skiflug-Weltcup durch Schlierenzauer und insgesamt 17 Saisonsiege. Die schon seit Jahren bestehende mannschaftliche Stärke spiegelte sich im fünften Gewinn des Nationencups in Serie (7.331 Punkte bedeuteten Rekord) wieder.

Schlierenzauer wurde nach seiner einzigartigen Saison von Gefühlen übermannt - es kullerten ihm ränen über die Wangen. "Nach dem letzten Sprung realisiert man, was man erreicht hat, da fällt der Druck ab", sagte der 19-Jährige. Nun kehrt er auf die Schulbank zurück und im Juni will er in Stams die Handelsschule abschließen. "Und danach gönne ich mir einen schönen Urlaub."

Sein wichtigstes Ziel, den Gesamt-Weltcup, habe er erreicht, betonte Schlierenzauer. Bei der Tournee habe er einfach zuviel gewollt, der folgende Doppelschlag am Kulm habe ihm aber die nötige Lockerheit verschafft. "Diese Siege und die weiten Sprünge mit dem totalen Kitzel in Whistler sowie das Erlebnis in Planica waren die Highlights."

Am Sonntag hatte bei erstmals warmer Witterung immer stärkerer Aufwind für neuerliche Verzögerungen gesorgt. Aber auch die Verbesserung des Weltrekords von 239 Metern in den Bereich des Möglichen gerückt. Vor den besten fünf Springern wurde im ersten Durchgang um eine Luke verkürzt, dennoch segelte Ammann auf 233,0 Meter, vermochte den Sprung aber nicht zu stehen. Die Jury reduzierte daraufhin den Anlauf unmittelbar vor Schlierenzauer nochmals um drei Luken.

Doch Alexander Pointner hätte sein Aushängeschild auch bei gleichbleibendem Anlauf abgelassen. "Heute hätte der Weltrekord fallen können, wir waren entschlossen, es hätte alles gepasst, der Wind war nicht zu stark", erklärte der Coach.

 

Skiflug-Weltcupwertung - Endstand nach 6 Bewerben:

  1. Gregor Schlierenzauer (AUT)          477 Pkte
2. Harri Olli (FIN) 372
3. Simon Ammann (SUI) 370
4. Martin Koch (AUT) 221
5. Anders Jacobsen (NOR) 220
6. Dmitrij Wassilijew (RUS) 200
7. Robert Kranjec (SLO) 192
. Adam Malysz (POL) 192
9. Matti Hautamäki (FIN) 156
10. Anders Bardal (NOR) 143
 
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    Noch hat sich der Name des Dominators nicht überall herumgesprochen.

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