93 tibetische Mönche in Haft

22. März 2009, 10:29
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Nach Angriff auf Polizeiwache im Nordwesten Chinas

Peking - Nach dem Angriff hunderter Menschen auf eine Polizeiwache in einer von zahlreichen Tibetern bewohnten Stadt im Nordwesten Chinas sind laut einem staatlichen Medienbericht mehr als 90 tibetische Mönche festgenommen worden oder haben sich ergeben. Die Polizei habe sechs Teilnehmer des Angriffs festgenommen, 89 hätten sich der Polizei gestellt, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Bei den 95 Festgenommenen handelte es sich demnach bis auf zwei um Mönche aus dem nahe gelegenen Kloster Rabgya.

Die Lage in Tibet und in anderen tibetisch geprägten Gebieten Chinas ist derzeit angespannt. Am 10. März hatte sich die Niederschlagung des antichinesischen Aufstands in Tibet zum 50. Mal gejährt, in dessen Folge der Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, ins indische Exil floh. Die chinesische Armee hatte die Himalaya-Provinz in den 50er Jahren besetzt.

Feiertag der Befreiung von der Leibeigenschaft

Peking will den kommenden Samstag als Feiertag der Befreiung von der Leibeigenschaft in Tibet vor 50 Jahren begehen. Am 28. März 1959 seien die tibetischen Leibeigenen und Sklaven, die damals mehr als 90 Prozent der regionalen Bevölkerung ausgemacht hätten, nach der Niederschlagung einer bewaffneten Rebellion von Anhängern des Dalai Lama und seiner Unterstützer befreit worden, heißt es zur Begründung.

Am 10. März des vergangenen Jahres hatten Exiltibeter im indischen Dharamsala einen gegen China gerichteten friedlichen Protestmarsch begonnen, der sich später zu gewalttätigen Protesten in Tibet und angrenzenden chinesischen Provinzen mit tibetischer Bevölkerung auswuchs. Der Exilregierung in Indien zufolge wurden bei der Niederschlagung der Proteste mehr als 200 Tibeter getötet. Die Regierung in Peking sprach dagegen von nur einem getöteten tibetischen "Aufständischen" und machte "Aufrührer" für 21 Tote verantwortlich. (APA/AFP)

 

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