Foto-Finish bei Mailand-San Remo

21. März 2009, 17:30
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Cavendish bezwang Deutschen Haussler im Massensprint um Zentimeter - Armstrong bei Europa-Comeback im Hauptfeld

San Remo - Der Sieger der 100. Auflage des Radsport-Klassikers Mailand - San Remo heißt  Mark Cavendish. Der erst 23-jährige britische Sprinter setzte sich im Spurt eines größeren Feldes nach 298 Kilometern hauchdünn vor dem Deutschen Heinrich Haussler durch. Dritter wurde mit dem Norweger Thor Hushovd ein Teamkollege von Haussler.

Am Ende fehlten nur Zentimeter zur Riesensensation: Haussler vom neu gegründeten Schweizer Cervelo-Team sah nach einem schier unglaublichen Schlussspurt bereits wie der sichere Sieger aus, ehe Cavendish doch noch auf dem letzten Meter vorbeizog und den Überraschungserfolg  zunichte machte.

Schlappe für Italiener

Eine Schlappe setzte es für die Italiener, ihre beiden besten Sprinter Alessandro Petacchi und Daniele Bennati landeten nur auf den Plätzen fünf und sechs. Beim Europa-Comeback von Lance Armstrong setzte sich früh eine elfköpfige Ausreißergruppe ab, das Feld holte rund 25 Kilometer vor dem Ziel in San Remo die letzten "Flüchtlinge" ein. Nun begann die 298 Kilometer lange "Classicissima" quasi von vorn - und der Italiener Michele Scarponi, Sieger der Generalprobe Tirreno-Adriatico, ergriff als Erster die Initiative. Seine Attacke am Anstieg der Cipressa sprengte kurzzeitig das Feld, neben einigen favorisierten Sprintern wie Alessandro Petacchi oder Tom Boonen fiel auch Armstrong zurück.

Schnell hatten sie einen Rückstand von 40 Sekunden. Trotz weiterer Attacken kam es am Ende aber doch noch zum erwarteten Massenspurt, in dem Cavendish in die Fußstapfen des fehlenden Vorjahressiegers Fabian Cancellara trat. Der von der Isle of Man stammende Sprinter bestritt dieses Rennen zum ersten Mal.

Cavendish, der im vergangenen Sommer vier Etappen der Tour de France für sich entschieden hatte, gilt seither als bester Sprinter der Welt. Nach Tom Simpson, dem Sieger von 1964, ist er erst der zweite Brite, der diesen Klassiker für sich entschieden hat. "Das ist der größte Tag in meinen Leben", sagte Cavendish, der zweitjüngste Sieger dieses Rennens nach Eddy Merckx (1966).

Vor dem Start der Jubiläumsauflage der "Primavera" hatte sich alles um den siebenfachen Tour-de-France-Sieger Armstrong gedreht. Erstmals seit sieben Jahren nahm der Texaner den ersten Frühjahrsklassiker in Angriff - und zeigte sich während des Rennens sehr engagiert. Der 37-jährige Astana-Kapitän war oft an der Spitze des Feldes zu finden - getreu seiner alten Devise, potenzielle Gefahrenherde auf der Strecke möglichst zu vermeiden. "Ich will ein gutes und sicheres Rennen haben", hatte Armstrong erklärt.

"Ich weiß, dass ich nicht mehr der Beste der Welt bin"

Am Montag wird der US-Profi seine Europa-Tournee in Spanien fortsetzen. An der Seite seines Astana-Kollegen Alberto Contador nimmt der Rückkehrer die Rundfahrt Vuelta a Castilla y Leon in Angriff. Schon vorab hatte der Texaner warme Worte für seinen teaminternen Rivalen parat. "Ich weiß, dass ich nicht mehr der Beste der Welt bin. Der Beste ist jetzt Alberto Contador. Natürlich träume ich von einem Sieg, jetzt muss ich aber erst sehen, ob ich noch wettbewerbsfähig sein kann. Ich will bestimmte Antworten von meinem Körper haben. Ich bin aber zuversichtlich", sagte Armstrong der italienischen Zeitung "La Repubblica". (APA/red)

Ergebnisse von der 100. Auflage des Radsport-Klassikers Mailand - San Remo (298 km) am Samstag:

1. Mark Cavendish (GBR/THR) 6:42:31 Std. (Schnitt: 44,421 km/h)
2. Heinrich Haussler (GER/CTT) gl. Zeit
3. Thor Hushovd (NOR/CTT) + 2 Sek.
4. Allan Davis (AUS/QST)
5. Alessandro Petacchi (ITA/LPR)
6. Daniele Bennati (ITA/LIQ)
7. Aitor Galdos (ESP/EUS)
8. Enrico Rossi (ITA/FLM)
9. Luca Paolini (ITA/ASA)
10. Peter Velits (SVK/MRM) alle gl. Zeit

  • Cavendish (re) fing Haussler gerade noch rechtzeitig ein.
    foto: epa/luca zennaro

    Cavendish (re) fing Haussler gerade noch rechtzeitig ein.

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