Ruanda bietet Gefängnis für Verurteilte von Sierra-Leone-Tribunal

21. März 2009, 10:51
posten

UNO-Sondertribunal sucht nach Aufnahmestaaten für Häftlinge

Freetown - Ruanda hat sich bereiterklärt, einige durch das Sondertribunal für Sierra Leone verurteilte Kriegsverbrecher in einem seiner Gefängnisse unterzubringen. Ein Abkommen mit der Regierung in Kigali sehe vor, dass bis zu acht Verurteilte ihre Strafe in dem neu gebauten ruandischen Mpanga-Gefängnis absitzen könnten, teilte das von der UNO unterstützte Tribunal am Freitag in Freetown mit.

Das Sondertribunal sucht nach Aufnahmestaaten für Häftlinge, da die Gefängnisse im westafrikanischen Sierra Leone den UN-Standards nicht entsprechen. Im Mpanga-Gefängnis gibt es bereits einen speziellen Trakt für Häftlinge, die vom Internationen Strafgerichtshof für Ruanda im Zusammenhang mit dem Völkermord in Ruanda 1994 verurteilt wurden.

Verbrechen während des Bürgerkriegs

Das Sondertribunal für Sierra Leone befasst sich mit Verbrechen während des Bürgerkriegs, bei dem dort zwischen 1991 und 2001 rund 200.000 Menschen getötet wurden. Der berüchtigtste Angeklagte ist Liberias Ex-Präsident und Rebellenchef Charles Taylor, der den Bürgerkrieg in Sierra Leone wegen der reichen Diamanten- und Holzreserven des Landes angezettelt haben soll. Aus Angst, die Verhandlung könne die Region destabilisieren, wurde sein Prozess jedoch von Sierra Leones Hauptstadt Freetown nach Den Haag verlegt. Für den Fall seiner Verurteilung hatte Großbritannien zugesagt, ihn in einem seiner Gefängnisse zu inhaftieren. (APA/AFP)

Share if you care.