Kanadische Regierung gab Jagd auf 338.200 Robben frei

22. März 2009, 16:42
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55.000 Tiere mehr als im Vorjahr - 17.200 überwiegend junge Sattelrobben in nur zwei Tagen erschlagen

Ottawa - Während Russland sein gerade erst erlassenes Verbot zur Tötung von Jungrobben im Weißen Meer sogar noch einmal deutlich verschärft hat, dürfen in Kanada in diesem Jahr 338.200 Sattelrobben von Jägern getötet werden. Das sind 55.000 Tiere mehr als im Vorjahr. Wie die zuständige Fischereiministerin Gail Shea nach Berichten des kanadischen Fernsehens CTV mitteilte, wurde die Fangquote nach Beratungen mit Experten festgelegt, "um sicherzustellen, dass der Robbenbestand erhalten bleibt". Tierschützer zeigten sich bestürzt von der Entscheidung der Regierung.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Robbenjäger in nur zwei Tagen 17.200 überwiegend junge Sattelrobben erschlagen haben. Damit sei die Quote fast erfüllt, die das Fischereiministerium in Ottawa für das Gebiet um die Magdalenen-Inseln im Osten von Kanada erlassen hatte, berichtete der Radiosender CJFW.

Fischereiministerin Shea versicherte, dass Mitarbeiter ihrer Behörden die Robbenjagd überwachen werden, um die Einhaltung der Jagdbeschränkungen sicherzustellen. Wenn nötig, würden auch Maßnahmen zu Durchsetzung der Bestimmungen getroffen, sagte die Ministerin. Rund 70 Prozent der zur Tötung freigegebenen Tiere sollen in dem Gebiet nordöstlich von Neufundland und Labrador "gejagt" werden. Die Behörden schätzen den Bestand der Robben an der kanadischen Ostküste auf rund 6,4 Millionen Tiere.

Russland erweitert Jagdverbot

Russland hatte am vergangenen Mittwoch sein Verbot für die Jagd auf Robbenbabys im Weißen Meer deutlich ausgeweitet. Von sofort an schütze das Jagdverbot Sattelrobben bis zu einem Alter von einem Jahr, sagte Umweltminister Juri Trutnew. "Damit ist das blutige Geschäft mit schutzlosen Tieren, das nicht als Jagd bezeichnet werden kann, bei uns wie in den meisten anderen entwickelten Ländern verboten", betonte er. Ende Februar hatte Russland zunächst nur die Jagd auf Robbenbabys in den ersten Wochen nach der Geburt verboten.

In der EU soll der Handel mit Robbenprodukten verboten werden. Anfang des Monats hatte der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments wegen der "unmenschlichen" Methoden bei der Jagd für ein europaweites Einfuhr- und Handelsverbot gestimmt. Betroffen wären Produkte wie Felle, Öle oder Fleisch der Tiere. (APA/red)

 

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    Kegelrobben-Pärchen an der Küste von Nova Scotia im Osten Kanadas. Die Kanadische Regierung hat die Jagdquote für Robben dieses Jahr um 55.000 Tiere erhöht.

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