Klitschkos wollen ihre Titelsammlung vervollständigen

20. März 2009, 17:45
1 Posting

Drei plus eins macht vier: Kompliziertes WBA-Reglement verzögert Kampf um fehlenden vierten Titel - Am Samstag kämpft Witali gegen Kubaner Juan Carlos Gomez

Hannover - Drei plus eins macht vier. Die Lösung dieser simplen Rechenaufgabe bereitet den Box-Brüdern Witali und Wladimir Klitschko bei ihrer Jagd nach den WM-Titeln der großen Weltverbände großes Kopfzerbrechen. Selbst wenn Witali am Samstagabend (22.05 Uhr/RTL) Juan Carlos Gomez aus Kuba in die Boxer-Rente befördert, sind die beiden Schwergewichtler aus der Ukraine der Erfüllung ihres Traumes noch kein Stückchen näher gerückt. Das Dilemma spornt sie aber noch an. "Unser Ziel ist es, alle vier Titel in der Familie zu haben. Der WBA fehlt uns noch, und ich will nicht freiwillig auf die Erfüllung des Traums verzichten", versprach WBC-Weltmeister Witali Klitschko.

Die Zeit aber schreitet unerbittlich voran und macht auch vor den Klitschkos nicht halt. Am 19. Juli vollendet Witali das 38. Lebensjahr und wird das gemeinsame Vorhaben bis dahin mit Sicherheit nicht vollendet habe. Da ist auch die World Boxing Association (WBA) ein gewisses Hindernis: Der 1921 gegründete, in Venezuela ansässige älteste Weltverband hat es in den beiden vergangenen Jahren fertig gebracht, aus einem Schwergewichts-Weltmeister zwei zu machen, und hat damit für Konfliktpotenzial bei den zwei großen deutschen Boxställen gesorgt. Beide nehmen für sich in Anspruch, ihre Champions Ruslan Tschagajew (UZB/Universum) beziehungsweise Nikolaj Walujew (RUS/Sauerland) seien aktuell die rechtmäßigen Titelträger.

Weltmeister im Wartestand

Wegen seiner Verletzung im vergangenen Jahr hatte die WBA Tschagajew zum Weltmeister im Wartestand ernannt. In der Folge sicherte sich der Russe Walujew den vakanten Titel im August 2008 mit einem Sieg gegen den Amerikaner John Ruiz. Nun muss es nach WBA-Vorgaben einen Kampf zwischen Walujew und Tschagajew geben, um den alleinigen WBA-Weltmeister zu küren. Nach Sauerland-Angaben ist die Frist dafür bis Ende Juni gesetzt, nach Angaben von Universum bis September diesen Jahres. Im ersten Aufeinandertreffen im April 2007 hatte Tschagajew den Titel überraschend Walujew abgenommen.

"Jederzeit bereit"

Frühestens Ende dieses, realistischer aber erst im nächsten Jahr könnte es zur Vollendung der Titelvereinigung in der Klitschko-Familie kommen. Wenn Walujew oder Tschagajew wollen und wenn die "Rahmenbedingung" - also das Geld - stimmt. "Mein großes Ziel ist, alle WM-Gürtel zu vereinen. Ich möchte einen Kampf gegen die Klitschkos", kündigte Tschagajew an. "Bei einem seriösen Angebot sind wir jederzeit bereit, gegen einen der Klitschkos anzutreten", versicherte Sauerland namens seines Klienten. Dann muss aber auch Wladimir mitspielen. Der jüngere der beiden Klitschkos hat die WM-Gürtel von WBO und IBF in seinem Besitz und macht sich im Moment Sorgen, weil sich kein Gegner für ihn finden will. Die Verhandlungen des Klitschko-Managements mit dem Briten David Haye ("Wladimir läuft nur weg") über einen Fight am 20. Juni sind ins Stocken geraten.

Pflichtherausforderer Alexander Powetkin (RUS), dessen Kampf gegen Wladimir im Dezember 2008 verletzungsbedingt abgesagt wurde, muss am 4. April in Düsseldorf gegen den Amerikaner Jason Estrada erst noch die Generalprobe für seinen ersten WM-Kampf meistern. Danach könnte das Duell am 20. Juni nachgeholt werden. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Witali Klitschko will Juan Carlos Gomez verhauen. Die Titel-Sammlung der Klitschkos wird dadurch nicht vollständiger.

Share if you care.