Neue Antibiotika unterbinden bakterielle Resistenzen

20. März 2009, 15:23
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Enzymhemmer verhindern Kommunikation zwischen den Krankheitserregern

London - US-Amerikanische Wissenschafter sind einer neuen Klasse von Antibiotika auf der Spur, gegen die Bakterien keine Resistenzen bilden. Die Forscher entwickelten eine Gruppe von Stoffen, die ein wichtiges Enzym vieler Krankheitserreger blockieren. Damit töten sie die Bakterien zwar nicht ab, vermindern aber ihre Aggressivität.

Mit dem neuen Ansatz will der Biochemiker Vern Schramm vom Albert Einstein College of Medicine den Keimen die Möglichkeit nehmen, miteinander über bestimmte Signalmoleküle zu kommunizieren. Diese Verständigung, im Fachjargon Quorum Sensing genannt, kann dazu führen, dass die Keime ihr Verhalten ändern und plötzlich aggressiver werden.

Entscheidend für diese Kommunikation ist das Enzym MTAN. Die New Yorker Forscher testeten drei der Substanzen an dem Cholera-Erreger Vibrio Cholerae und an einem Typ von Kolibakterien. Die Substanzen störten nicht nur die Kommunikation der Bakterien, sondern die Keime bildeten auch keine Resistenzen, wie die Forscher im Fachblatt Nature Chemical Biology schreiben.

Nach 26 Generation

Nach dauerndem Kontakt mit den Enzymhemmer reagierte selbst die 26. Generation beider Erreger noch ebenso empfindlich wie die erste. "Wir nennen die Stoffe im Labor die Unvergänglichen", sagt Schramm, der inzwischen über ein Arsenal von mehr als 20 solcher Hemmstoffe verfügt.

Da auch viele andere Bakterien das Enzym MTAN bilden, könnten die Substanzen auch andere gefährliche Keime bekämpfe, darunter Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae oder Klebsiella pneumoniae. Weil das Enzym im menschlichen Organismus nicht vorkommt, glauben die Forscher, dass die MTAN-Inhibitoren dem Menschen nicht schaden. (APA/red)

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