Ursache der tödlichen Gasexplosion weitgehend geklärt

21. März 2009, 19:26
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Ermittler: Zum Haus führende Abzweigung der Hauptgasleitung war undicht - Gas strömte ins Mauerwerk - Eine Person starb bei der Explosion

Korneuburg - Nach der tödlichen Gasexplosion in einem Bauernhaus in Hagenbrunn (Bezirk Korneuburg) ist die Ursache für das Unglück laut Polizei vermutlich geklärt. Wie Chefinspektor Rudolf Scheidl, Leiter der Brandgruppe des Landeskriminalamtes NÖ, mitteilte, war eine zum Haus führende Abzweigung der Hauptgasleitung defekt geworden. Offen ist die Schuldfrage, der Fall wurde der Staatsanwaltschaft Korneuburg übertragen.

Laut Scheidl führt eine Abzweigung der Gashauptleitung zum Haus. Diese wurde undicht. Allerdings: "Schon vor geraumer Zeit", ergänzte der Kriminalist. Dies hätte die Spurenausweitung ergeben.

Erdgas ins Mauerwerk gelangt

Aus der defekten Leitung im Erdreich sei vermutlich über mehrere Wochen Erdgas ins Mauerwerk des Hauses gelangt. Bis zu jenem Zeitpunkt, als es ein fünf- bis 18-prozentiges Luft-Gasgemisch erreichte. Dieses sei "hochexplosiv". Ein Funke genüge für eine Detonation. Zu dieser kam es gestern, Freitag. Scheidl verglich die Ursache für die Explosion in Hagenbrunn mit jener in Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten): Als am 2. Dezember 1999 in der Gemeinde ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einer Gasexplosion komplett in sich zusammen sackte, kamen zehn Menschen ums Leben. Die Ursache nun im Bezirk Korneuburg sei "genauso gelagert", so der Kriminalist.

Schuldfrage unklar

Noch unklar ist laut Scheidl die Schuldfrage, der Fall wurde der Staatsanwaltschaft Korneuburg übermittelt. Die EVN sei für die Gasleitung zuständig, Wienstrom für eine Elektroleitung, die über der Gasleitung neu verlegt wurde. Hierbei könnten im Zuge der Arbeiten Vibrationen verursacht worden sein, die wiederum Beschädigungen an der Abzweigung der Gasleitung verursacht haben könnten. Scheidl rechnete damit, dass seitens der Staatsanwaltschaft Gutachter zwecks weiterer Erhebungen beauftragt werden.

Christian Neubauer, Sprecher von Wien Energie, betonte auf APA-Anfrage, man sei in hohem Maße an Aufklärung interessiert. Status quo seien nun Überprüfungen seitens der Behörde. Wien Energie unterstütze diese dabei "mit allen Möglichkeiten". Selbiges war von der EVN zu hören: Seit Freitag seien bereits EVN-Spezialisten in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt an Ort und Stelle im Einsatz.

Detonation

Ein 63-Jähriger war Freitag früh in die Küche gegangen, um Essen zuzubereiten. Dabei dürfte er in dem Bauernhaus einen sonderbaren Geruch wahrgenommen haben. Nachdem er den Herd in der Küche eingeschaltet hatte, dürfte es zur Detonation gekommen sein. Das Haus stürzte in der Folge ein.

Der Niederösterreicher erlitt schwere Verbrennungen und Verletzungen. Seine 59-jährige Frau befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks noch im Schlafzimmer. Sie wurde durch die eingestürzten Gebäudeteile verschüttet. Nach ihrer Bergung durch Einsatzkräfte konnte der Notarzt nur mehr den Tod feststellen. (APA)

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    Das Bauernhaus in Hagenbrunn nach der Explosion.

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