"Bin Laden"-Botschaft fordert Sturz des somalischen Präsidenten

19. März 2009, 19:04
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t Sheikh Sharif Ahmed führte Sharia ein - Echtheit der Aufzeichnung kann nicht bestätigt werden

Dubai - Der Chef der Terrororganisation Al-Kaida, Osama bin Laden, hat in einer ihm zugeschriebenen neuen Botschaft zum Sturz des somalischen Präsidenten, ein um parteiübergreifende Zusammenarbeit bemühter Islamist, aufgerufen. Präsident Sheikh Sharif Ahmed sei jetzt "Partner der Ungläubigen" in einer Regierung der nationalen Einheit, heißt es in einer Audio-Botschaft, die am Donnerstag auf einschlägigen Internetseiten der militanter Islamisten veröffentlicht wurde.

Eine Stimme, die sich wie die von Bin Laden anhörte, sagte an die Somalier gerichtet: "Der Krieg, der auf Eurem Boden seit einigen Jahren stattfindet, ist ein Krieg zwischen dem Islam und dem internationalen Kreuzzug." Ahmed habe kein Recht, an der Spitze Somalias zu stehen. "Er muss entthront und bekämpft werden." Bin Laden rief alle Muslime dazu auf, die Somalier mit ihrem Widerstand zu unterstützen.

Ahmed wurde Anfang des Jahres zum Präsidenten Somalias gewählt. Es ist der 15. Anlauf, mit einer Zentralregierung diverse verschiedene aufständische Gruppierungen anzugehen, die große Teile des Landes de facto kontrollieren.

Somalia ist seit 1991 ohne funktionierende Regierung ist. Die Gewalt am Horn von Afrika hat bereits mehr als eine Million Somalis vertrieben. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind mindestens 16.000 Zivilisten bei den Kämpfen ums Leben gekommen. Westliche Geheimdienste befürchten, dass ein führerloses Somalia endgültig zum Rückzugsgebiet für Al-Kaida-Kämpfer werden könnte. Wegen zahlreicher Piraten-Angriffe vor der somalischen Küste haben die EU-Länder und andere Staaten Kriegsschiffe in die Region geschickt.

Der gemäßigte Islamistenführer Ahmed hatte vor zwei Monaten die Nachfolge des zurückgetretenen Präsidenten Yussuf Ali Ahmed übernommen. In den vergangenen Wochen suchte er den Dialog mit den Radikalen und hat die islamische Scharia-Rechtsprechung eingeführt. Die radikal-islamische Al-Shabab-Miliz, der enge Verbindungen zur Al-Kaida nachgesagt werden, hat ihm dagegen weiterhin den Kampf angesagt. Zur Begründung hieß es, er habe islamische Werte verraten und sich an den Westen verkauft. Shabab kontrolliert die Hauptstadt Mogadischu und andere wichtige Städte in dem von Bürgerkrieg zerrissenen ostafrikanischen Land. In den vergangenen Tagen kam es wiederholt zu Kämpfen zwischen verfeindeten islamischen Milizen.

Zwei Botschaften in einer Woche

Der neue zwölfminütige Aufruf Bin Ladens trägt den Titel "Weiter machen, Somalias Kämpfer". Die Audio-Botschaft mit englischen Untertiteln befindet sich auf einem Video, das ein Foto Bin Ladens zeigt. Die Stimme auf dem Band hört sich nach Angaben von Beobachtern an wie die Bin Ladens. Eine eindeutige Klärung der Echtheit war aber nicht möglich.

Erst am Samstag hatte der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera eine Bin Laden zugesprochene Tonaufzeichnung gesendet, in der dieser unter anderen Saudi-Arabien und Ägypten beschuldigte, sich während der am 18. Jänner beendeten dreiwöchigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen zu Komplizen Israels und seiner westlichen Verbündeten gemacht zu haben. (APA/Reuters/dpa)

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