Letzter Tunneldurchschlag erfolgt

19. März 2009, 15:20
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44 Kilometer lange Strecke soll 2012 in Betrieb gehen

St. Pölten - Die 44 Kilometer lange Bahn-Neubaustrecke Wien - St. Pölten, die 2012 in Betrieb gehen soll, ist wieder eine Etappe weiter: Am Donnerstag erfolgte der Tunneldurchschlag beim Raingrubentunnel in Pottenbrunn (St. Pölten).

Nach den Durchschlägen beim Wienerwald- (September 2007), dem Stierschweiffeld- (April 2007) und dem Reiserbergtunnel (Februar 2008) wurde damit der vierte und zugleich letzte maschinelle Vortrieb fertiggestellt. Der von der Strabag errichtete 2,7 Kilometer lange Raingrubentunnel ist der westlichste der im Tullnerfeld beginnenden Tunnelkette Perschling, Kernbereich des 12,6 km langen Westabschnittes der Neubaustrecke. Diese gliedert sich in die Abschnitte Wienerwald, Tullnerfeld (inklusive Reaktivierung Tullner Westschleife) und West.

Wie die ÖBB-Infrastruktur Bau AG erläuterte, erfolgte der Vortrieb mit einer Maschine mit einem Bohrkopfdurchmesser von rund 13 Metern, 90 Metern Länge und einem Gewicht von 2.000 Tonnen. Die Tunnelschale wurde mit Betonfertigteilen (Tübbingen) hergestellt. Das aus dem Tunnel geförderte Material wurde zum Teil für Dammschüttungen der Neubaustrecke und Geländemodellierungen im Nahbereich der Trasse verwendet. In den kommenden Wochen werden die Tunnelbohrmaschine demontiert, die Tunnelinnenschale betoniert, der Oberbau hergestellt sowie die Strecken- und Sicherheitsausrüstung installiert.

Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) sieht in dem Projekt ein Zeichen hin zum weiteren qualitativen Ausbau der Schiene: "Noch nie zuvor in der Zweiten Republik wurde so viel in den Ausbau der Schiene investiert." Sie verwies beim Tunneldurchschlag laut ÖBB-Aussendung auf einen dreifachen Nutzen: Die Menschen würden komfortabler und schneller reisen, der Wirtschaftsstandort Österreich werde durch eine moderne Verkehrsinfrastruktur gestärkt, und durch die Ausbauarbeiten würden 30.000 Arbeitsplätze pro Jahr gesichert.

"Mit dem viergleisigen Ausbau der Westbahn werden Kapazitätssteigerungen im Personen- und Güterverkehr ermöglicht sowie wichtige Grundlagen für eine Qualitätssteigerung und Reisezeitverkürzung im Personenverkehr geschaffen", erklärte Peter Klugar, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding AG. Das Ziel sei, die Strecke Wien - Salzburg in etwa zwei Stunden und 15 Minuten zurücklegen zu können. (APA)

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