Q-Cells spürt Geschäftserholung

19. März 2009, 14:52
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Weltgrößter Solarzellenhersteller zuversichtlich, sieht 2009 aber als "Herausforderung"

Frankfurt - Der weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells spürt trotz Wirtschaftskrise bereits eine Geschäftsbelebung. "Der Februar war besser als der Jänner und der März besser als der Februar", sagte Finanzvorstand Hartmut Schünig am Donnerstag in Frankfurt auf der Bilanzpressekonferenz. Die Banken seien bei der Kreditvergabe nicht mehr so restriktiv wie in den Monaten zuvor.

An der Börse konnte Q-Cells punkten: Mit einem Aufschlag von über neun Prozent notierten die im Technologieindex TecDax geführten Titel bei 11,80 Euro. Analysten sehen das Unternehmen in einer glänzenden Position vor der erwarteten Fusionswelle der Branche. Q-Cells werde zu den "Überlebenden" in diesem Prozess gehören, sagten die Experten von Sal. Oppenheim voraus.

"Herausforderung"

Konzernchef Anton Milner sieht 2009 zwar als "Herausforderung", zeigt sich aber zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen. Er verwies auf eine hohe Zahl an festen Verträgen. Der Umsatz soll in diesem Jahr auf 1,7 bis 2,1 (Vorjahr: 1,251) Mrd. Euro steigen. Das Ziel für den Gewinn (2008: netto 190,6 Mio. Euro) will das Management erst im Mai abstecken. Es könnten noch Abschreibungen auf die norwegische Beteiligung Renewable Energy REC nötig werden, erklärte Schüning. REC steuerte 2008 rund 50 Mio. Euro zum Gewinn bei.

Ungeachtet der Wirtschaftskrise will Q-Cells in diesem Jahr 400 bis 500 Mio. Euro in neue Produktionslinien investieren. Damit bringe sich der Konzern für die Zeit nach der Krise in Stellung. Die Solarbranche werde weiter stark wachsen, wenn auch nicht mehr in der Geschwindigkeit wie in den vergangenen drei Jahren, sagte Milner voraus. Daher erwarte er schon für 2010 wieder Engpässe bei der Materialbeschaffung. Derzeit kämpft die Branche eher mit Überkapazitäten und sinkenden Preisen.

Das geplante Schuldscheindarlehen über 500 Mio. Euro soll nach Angaben Schünings innerhalb der kommenden sechs Wochen gezeichnet werden. Es gebe bisher Zusagen über 350 Mio. Euro, für weitere 50 bis 100 Mio. Euro hätten Investoren Interesse signalisiert. Dann wäre die Finanzierung des Konzerns bis Mitte 2011 gesichert. "Q-Cells hat sich ausreichend Finanzmittel gesichert, um den Sturm zu überstehen", erklärte Analyst Karsten Blumenthal von SES Research. (APA/Reuters)

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