Alzheimer-Erkrankung begünstigt Epilepsie

21. März 2009, 17:14
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Britische Wissenschafter hoffen auf Entwicklung neuer Medikamente

Aberdeen - Wissenschaftler der University of Aberdeen haben nach eigenen Angaben herausgefunden, warum manche Alzheimerpatienten an Epilepsie erkranken. Das Amyloid-Protein, das Ablagerungen in den Gehirnen der Patienten bildet, macht die Nervenzellen zu empfindlich und begünstigt damit Anfälle. Das haben zumindest Tests mit Mäusen ergeben.

Das Team um Tibor Harkany schreibt im Journal of Neuroscience, dass es bei den Zellen zu einem Kurzschluss kommt und sie zu viele elektrische Signale abgeben. Gelten diese Forschungsergebnisse auch für den Menschen - was die Forscher annehmen - könnten manche Patienten andere Medikamente brauchen.

Die größte Rolle bei der Behandlung von Alzheimer spielen die Cholinesterasehemmer. Sie verhindern den Abbau von Acetylcholin, einem wichtigen Neurotransmitter, der eng mit dem Gedächtnis in Zusammenhang steht. Eine unerwünschte Nebenwirkung ist jedoch, dass diese Medikamente die Anfälligkeit für Anfälle erhöhen. Die Medikamente, die verabreicht werden um sie zu kontrollieren, können ihrerseits wieder die Alzheimer-Symptome verschlimmern. Ein Drittel der Alzheimer-Patienten leidet jedoch laut BBC bis zu einem gewissen Grad an Epilepsie.

Medikamente mit weniger Nebenwirkungen

Harkany hofft, dass seine Forschungsergebnisse zur Entwicklung neuer Medikamente führen, die beide Krankheiten mit weniger Nebenwirkungen behandeln können. Es sei erstmals gelungen, den in den Zellen stattfindenden Prozess genau zu beschreiben, der Epilepsie und Alzheimer miteinander verbindet. Damit sei auch der Weg frei für ein neues Verständnis der Krankheit Alzheimer. Es sollte möglich sein, so der Wissenschaftler, Medikamente zu entwickeln, die sowohl auf die Anfälle als auch die Kognition abzielen, da beide Probleme auf der zellulären Ebene auf verbreiteten Mechanismen beruhen. (pte/red)

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