Mobilfunkboom gibt Afrika-Investments Auftrieb

19. März 2009, 13:41
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Konsum- und Infrastrukturausgaben steigen trotz globaler Krise

Afrika hat sich in den vergangenen Jahren zu einer jener Regionen mit der am schnellsten wachsenden Nachfrage nach Telekommunikationsdienstleistungen entwickelt. Angesichts einer Durchdringungsrate von Mobiltelefonen von erst 15 bis 30 Prozent zeigt der afrikanische Markt ein starkes Wachstums- und Entwicklungspotenzial. Die Fondsmanager von Fidelity International orten bei Afrika-Investments daher hohe Gewinnchancen. Trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise befänden sich sowohl der private Konsum als auch Infrastrukturausgaben der Regierungen weiterhin im Steigen. Neben wachsenden Produktsegmenten wie Handys oder Autos sollen zudem erwartungsgemäß steigende Rohstoffpreise afrikanischen Unternehmen Auftrieb verleihen und für vielversprechende Investitionsmöglichkeiten sorgen.

Nachholbedarf

Obwohl Entwicklungsländer vom globalen Wirtschaftsabschwung besonders hart getroffen werden, können in Afrika tätige Telekommunikationsunternehmen ihre Produktivität weiter erhöhen. Fidelity zufolge finden diese aufgrund des hohen Nachholbedarfs beim Infrastruktur- und Netzausbau neue Geschäftsmöglichkeiten vor. Dazu stocken die Regierungen ihre Ausgaben - wenngleich auf niedrigem Niveau - weiter auf. Vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 will der Kontinent etwa die weitreichende Anbindung an das Breitbandinternet vorantreiben und plant dafür, ein 15.000 Kilometer langes Glasfaserkabel entlang der Ostküste von Südafrika nach Indien und Großbritannien zu verlegen. Darüber hinaus hat der Satellitenbetreiber Intelsat ein Joint-Venture mit einer südafrikanischen Investorengruppe angekündigt, das über einen neuen Satelliten schnelle Internet- und Telefonverbindungen sowie Fernsehübertragungen in Afrika ermöglichen soll.

Gewinnwachstum

Für Investments in afrikanische Unternehmen spreche, dass der Kontinent von einigen Problemen der Weltwirtschaft verschont bleiben könnte. Die Branchenkenner verweisen auf die Bargeldwirtschaft Afrikas mit einer niedrigen Verschuldung der privaten Haushalte. Im Bereich Mobilfunk könne etwa der Südafrika-Marktführer MTN Group, der zuletzt mit einem Gewinnwachstum von 30 Prozent aufwartete, als Gewinner aus der Krise hervorgehen. Andererseits geben Weltwirtschaftsexperten gegenüber pressetext zu bedenken, "dass der prozentuale Anteil von Entwicklungshilfe am BIP der Industriestaaten aufgrund der Wirtschaftskrise sinkt". Besonders in Krisengebieten würden dadurch Unterentwicklung, Armut und Gewaltwirtschaft zunehmen, was auch verschiedene afrikanische Länder treffen könnte. Strukturelle, wirtschaftliche und politische Instabilität bilden nach wie vor hohe Risikofaktoren für Afrika-Investments. Gleichzeitig stehen ihnen jedoch ebenso hohe Gewinnchancen gegenüber. (pte)

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