Motor bei Deutz stottert

19. März 2009, 13:06
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Der deutsche Motorenbauer Deutz muss wegen der weltweiten wirtschaftlichen Talfahrt gleich mehrere Gänge herunterschalten

Köln - Der Kölner Traditionskonzern verzeichnete 2008 deutliche Rückgänge bei Umsatz und Auftragseingang und rutschte fast in die Verlustzone, wie Deutz am Donnerstag mitteilte. Auch 2009 ist keine Besserung in Sicht, Konzernchef Helmut Leube rechnet erneut mit leicht roten Zahlen. Dividenden soll es weder für das vergangene noch für das laufende Jahr geben. Die Mitarbeiter müssen mit mehr Kurzarbeit und einem Abbau weiterer Stellen rechnen. Deutz will aber weiter in umweltfreundliche Motoren investieren, um bei einem Ende der Krise wieder durchstarten zu können.

"2008 war für Deutz ein Jahr der Extreme", bilanzierte Leube. Zunächst wähnte sich der Motorenbauer nach einem rasanten Start ins Jahr auf Rekordkurs, dann führte der Abschwung in der zweiten Jahreshälfte zu einem Rückgang, wie er ihn in seinem Berufsleben "mit solcher Geschwindigkeit und Dynamik noch nicht erlebt" habe. Vor allem im vierten Quartal musste Deutz mit prozentual zweistelligen Rückgängen kämpfen. Im Gesamtjahr sank der Umsatz dadurch bei einem Verlust von 4,2 (Vorjahr: plus 59,4) Mio. Euro auf 1,495 (1,524) Mrd. Euro. Der Auftragseingang fiel um 13,9 Prozent auf 1,363 Mrd. Euro.

Rückgang der Nachfrage

Vor allem die Nachfrage nach Motoren für die Baubranche und die Landwirtschaft ging zurück, "selbst schlimmste Erwartungen wurden übertroffen". Der Traditionskonzern blieb mit seinen Zahlen, mit denen er die eigenen Prognosen nur teilweise erreichen konnte, auch unter den Markterwartungen. Deutz-Aktien brachen zunächst ein, notierten dann am Mittag aber wieder mit einem leichten Plus bei 2,08 Euro.

Für 2009 rechnet Deutz mit weiteren Rückgängen bei Auftragseingang, Absatz und Umsatz. Die Kurzarbeit am Stammsitz in Köln wurde ausgeweitet, auch im Ulmer Werk arbeiten seit März 300 der 500 Beschäftigten weniger lang. Die Stellen von knapp 400 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen sollen zudem abgebaut werden. Großkunden wie Volvo würden 2009 wohl erneut weniger bestellen, räumte Leube ein. Ziel sei aber, durch Sparmaßnahmen ein positives operatives Ergebnis zu erzielen. Unter dem Strich werde es aber erneut ein "leicht negatives Ergebnis" geben. Deutz verfüge aber über hohe Liquidität und fast keine Finanzschulden. (Reuters)

 

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