Kleine Panne bei Außenbordeinsatz trübt Tagesbilanz

23. März 2009, 12:32
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Ein Bolzen sitzt nicht richtig, die Konsequenzen sind noch zu diskutieren - "Discovery" weicht Weltraumschrott aus

Washington - Auch der zweite Außeneinsatz der "Discovery"- Astronauten an der Internationalen Raumstation ISS ist weitgehend erfolgreich abgeschlossen worden. Die amerikanischen Astronauten Steven Swanson and Joseph Acaba waren bei ihrem genau sechseinhalbstündigen Ausstieg am Samstag vor allem mit Vorbereitungs- und Installationsarbeiten beschäftigt, berichtete die US-Weltraumfahrtbehörde NASA in Washington.

Missgeschick

Die Astronauten bereiteten den Austausch von Batterien vor und befestigten eine GPS-Antenne am japanischen Weltraumlabor Kibo. Probleme gab es lediglich bei dem Versuch, Apparaturen für den Transportbehälter UCCAS an der Außenseite der ISS anzubringen. Die NASA sprach von Schwierigkeiten, die möglicherweise wegen eines verkehrt eingelassenen Bolzen entstanden sein könnten. Um zu verhindern, dass sich die Verbindung löst, sicherte Swanson sie noch mit einigen Gurten, bevor er wieder in die ISS ging. Die Lebensdauer der Gurte im All ist aber auf etwa drei Monate begrenzt. Einzelheiten zum weiteren Vorgehen müssen laut NASA noch geklärt werden.

Für Swanson war es NASA-Angaben nach bereits der vierte Weltraumspaziergang, für Acaba der erste. Insgesamt summiert sich die Zahl der ISS-Außeneinsätze demnach auf 122 mit einer Gesamtdauer von 768 Stunden und 33 Minuten.

Ausweichmanöver

Wegen eines sich nähernden Stücks Weltraumschrott hat die "Discovery"-Besatzung indessen das Space Shuttle "umparken" müssen. Am späten Sonntagnachmittag wurden die Triebwerke gestartet, um die "Discovery" in eine neue Position vor der ISS zu bringen, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. In dieser Position soll die Raumfähre mehrere Stunden bleiben, bis das Stück eines ehemaligen chinesischen Satelliten mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern die Raumstation passiert hat.

Weltraumschrott wird zunehmend zu einem Problem für die internationale Raumfahrt. Erst kürzlich musste die Besatzung der ISS in die Rettungskapsel umsteigen, weil ein Stück Schrott der Raumstation gefährlich nahegekommen war.

Vorher verlief alles nach Plan

Am Freitag war das vierte und letzte Paar Sonnensegel an der Raumstation erfolgreich entfaltet worden. Die zwei "Discovery"- Crewmitglieder Richard Arnold und Swanson hatten die autobusgroße Vorrichtung mit den gewaltigen Segeln am Donnerstag in einem sechsstündigen Außeneinsatz an einer Halterung befestigt. Am Freitag wurden die Segel aus den Containern ausgefahren, in denen sie an Bord des Shuttle zur ISS transportiert worden waren.

Die "Discovery" war am vergangenen Sonntag zu ihrer 13-tägigen Mission aufgebrochen und hatte am Dienstag an der Raumstation angedockt. Für diesen Montag ist noch ein weiterer Außenbordeinsatz geplant. Am 28. März wird die Raumfähre auf der Erde zurückerwartet. (APA/dpa/red)

 

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    Schwerstarbeit im All: Die Astronauten Steve Swanson (im Bild) und Richard Arnold befestigten die Sonnensegel in einem mehr als sechsstündigen Außeneinsatz an der Raumstation.

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